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| 19.07.2010 | Schweizer Börse setzt Abwärtsbewegung fort |
Schweizer Börse setzt Abwärtsbewegung fort
Kühne+Nagel-Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne: «Seine» Aktie verlor am Montag trotz guter Semesterergebnisse.
Bild: Keystone
19.07.2010 18:15
Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag erneut im Minus beendet. Nach einem schwachen Handelsauftakt hatte sich die Börse dabei zwischenzeitlich erholt gezeigt. Schwache Vorgaben seien eingepreist, hiess es zunächst. Als wenig positiv für den Markt wurde aber die Rating-Abstufung Irlands durch Moody's gewertet. Negative Signale aus den USA drückten zudem am späten Nachmittag auf die Stimmung. Die Gewinne an der Wall Street reduzierten sich zeitweise, nachdem es einmal mehr enttäuschende Nachrichten vom Immobilienmarkt gab. Das Vertrauen der Bauunternehmen hat sich einer Umfrage zufolge im Juli deutlicher als erwartet eingetrübt. Der Index der National Association OF Home Builders (NAHB) für die Verkaufsaktivitäten bei neuen Einfamilienhäusern fiel auf den niedrigsten Stand seit April 2009. Der SMI setzte die Abwärtsbewegung der Vorwoche fort und gab 0,45 Prozent auf 6'156,64 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,84 Prozent auf 938,21 Punkte und der breite SPI 0,51 Prozent auf 5'443,9 Punkte. Kühne+Nagel (-3,9 Prozent) gehören trotz Vorlage von guten Halbjahreszahlen zu den grössten Verlierern. Marktteilnehmer sprachen von einer kurzfristigen Reaktion, die nicht überwertet werden dürfe. Die Aktie habe einen guten Lauf hinter sich und sei daher stattlich bewertet, hiess es mit Blick auf die Gewinnmitnahmen. Die am Berichtstag aufgeflammten Befürchtungen um den Zustand der Weltwirtschaft täten ein Übriges dazu. Transocean deutlich im Minus Die Titel des Wettbewerbers Panalpina tendierten im breiten Markt unverändert. Am Morgen hatte die Aktie nach einer Rating-Anhebung auf "Kaufen" durch die UBS noch zugelegt. Transocean (-7,5 Prozent) bewegten sich einmal mehr im Sog der Nachrichten um BP und rutschten ans Tabellenende im SMI/SLI ab. Die Titel wurden von neuer Unsicherheit über die Lage im Golf von Mexiko belastet. Nachdem zunächst der Eindruck entstanden war, dass das Ölleck abgedichtet sei, habe die Nachricht der US-Regierung, dass weiterhin Öl an anderer Stelle austrete, für Unsicherheit gesorgt, hiess es. Die Säuberungskosten würden von einigen Experten mittlerweile auf bis zu 10 Milliarden Dollar geschätzt, betonte ein Marktbeobachter. SGS (-0,9 Prozent) konnten nicht von einer Hochstufung durch die UBS profitieren. Diese bezeichnete das letzten Donnerstag veröffentlichte Halbjahresergebnis als "solide" und hob die Titel auf "Neutral" von "Sell" an. Leicht schwächer zeigten sich die Pharmawerte. Roche (-0,4 Prozent) waren am Freitag wegen kritischer Äusserungen eines Ausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA zu Avastin die grössten Verlierer gewesen. Bei Novartis (Aktie -0,2 Prozent) herrscht indes Zuversicht. CEO Joe Jimenez will die Margen halten oder gar erhöhen, wie er in einem Zeitungsinterview im Nachgang zu den Halbjahreszahlen sagte. Actelion (-0,1 Prozent) lagen im Vorfeld der für morgen Dienstag anstehenden Halbjahreszahlen im Fokus. CS legt knapp zu Bei Nestlé (+0,1 Prozent) war der Familienstreit bei der L'Oréal-Aktionärsfamilie Bettencourt weiter Thema. Es gebe Befürchtungen, dass der Kosmetikkonzern in ausländische Hände fallen könnte, hiess es. Ein Ausstieg der Westschweizer aus dem Aktionariat werde mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen, so ein Marktakteur. Unter den Banken hielten sich CS (+0,3 Prozent) an der Tabellenspitze, UBS (-0,5 Prozent) und Julius Bär (-0,9 Prozent) folgten mit einigem Abstand. Bei Letzteren belastete eine Kurszielsenkung durch die Citigroup. In der zweiten Reihe gewannen Georg Fischer (+1,4 Prozent) nach anfänglichen Verlusten. Das Unternehmen übertraf mit den vorgelegten Halbjahreszahlen die Markterwartungen klar. Myriad (+2,4 Prozent) rückten deutlich vor, nachdem der Handy-Softwarehersteller über den Erhalt von 19 Mio USD aus Patentrechten informierte. Komax verloren dagegen 4,1 Prozent, nachdem bereits am Freitag die Ankündigung einer Produktionsverlagerung in die USA als Reaktion auf den Nachfragerückgang belastet hatte. (AWP) |
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