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«Stellen Sie sich vor, Sie haben sich in einem für Sie völlig fremden Land niedergelassen mit einer Kultur, die Ihnen neu und unvertraut ist. Selbstverständlich wollen Sie niemanden versehentlich vor den Kopf stossen. Wie in der realen Welt ist der schonende Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und die rücksichtsvolle Begegnung mit anderen Bewohnern des Cyberspace der beste Weg, um für alle die bestmögliche Umgebung zu schaffen und zu erhalten. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es durchaus so, dass auch im virtuellen Raum die Gesetze der realen Welt volle Geltung haben. Der Schutz der Persönlichkeit oder das Urheberrecht gelten auch hier ohne Einschränkung. Die Netiquette, wie das ungeschriebene Gesetz des Cyberspace oft auch bezeichnet wird, ist als Ergänzung zu diesen Gesetzen zu verstehen. Ähnlich wie in jeder Kultur neben den geschriebenen Gesetzen auch die ungeschriebenen Verhaltensregeln und der gesunde Menschenverstand den täglichen Umgang mit andern einfach und angenehm machen, soll die Netiquette Reibungsflächen vermindern und das Leben aller Beteiligten vereinfachen. Sie gilt für alle Bereiche des Internet.»
Freundlich: Ob Sie direkt an eine Person oder eine "anonyme" Adresse schreiben, am Ende liest ein Mensch Ihre Meldung. Seien Sie also nicht rüde ode oder gar verletzend. Ein freundlicher oder wenigstens ein sachlicher Ton führt meistens weiter.
Cool bleiben: Eine E-Mail ist sehr schnell geschrieben. Danach kann sie mit einem einzigen Knopfdruck abgeschickt werden und erreicht den Bestimmungsort meist kurze Zeit später. Dies kann aber leicht dazu führen, dass man sich im Ton vergreift und eine Meldung verschickt, die man später so eigentlich gar nicht gemeint hat. Warten Sie also lieber einen Moment mit dem Verschicken, wenn Sie beispielsweise gerade verärgert sind.
Kurz und bündig: Es ist in einer E-Mail durchaus üblich, sich kurz und bündig zu fassen und auf unsinnige Floskeln zu verzichten. Fassen Sie dies nicht als Beleidigung auf, der Absender meint es nicht böse.
Subject: Ein kurzer und prägnanter "Betreff" (Subject) erleichtert es dem Empfänger, Ihre Meldung schon vor dem öffnen richtig einzuordnen.
Unterschrift: Wenn Sie eine "Unterschrift" (Signature) verwenden, also Zeilen, die automatisch an jede Meldung angehängt werden, halten Sie diese knapp. Mehr als vier Zeilen gelten als Verschwendung von Ressourcen des Empfängers.
Werbung: Der mit Abstand schlimmste Verstoss gegen die Netiquette ist der Versand von Werbe-E-Mails, die der Empfänger nie verlangt hat. Denken Sie daran, bei E-Mail bezahlt das "Porto" immer auch der Empfänger, und verärgerte Adressaten werden sicherlich nie Kunden.
Smilies: E-Mail ist eine Mischung von Brief und gesprochenem Wort. Es wird meist ohne langes Überlegen und Ausfeilen von Formulierungen geschrieben. Dadurch kann es vorkommen, dass ein Satz, vor allem wenn er ironisch gemeint war, vom Empfänger völlig falsch verstanden wird. Um Missverständnissen vorzubeugen, werden daher oft sogenannte Smilies oder Emoticons verwendet. Um :-) richtig lesen zu können, drehen Sie den Kopf um 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn und merken damit, dass der Absender sagen will "Ich habe ein Lachen im Gesicht". Es gibt Hunderte dieser Emoticons.
Layout: Bedenken Sie, dass der Umbruch einer E-Mail beim Empfänger oft anders erfolgt als auf Ihrem Computer, besonders bei Tabellen. Gehen Sie davon aus, dass Sie zwar riesige Meldungen produzieren, beim Empfänger aber meistens nur ein unleserlicher Zeichensalat ankommt. Kommen Sie nicht um eine Tabelle herum, begrenzen Sie die Zeilenlänge auf 40 bis 60 Zeichen und benützen Sie die Tabulatortaste nicht. Das Mitversenden einer Datei, welche die Tabelle enthält, wäre die elegantere Lösung.
Hervorhebung: Um Textstellen hervorzuheben, steht nicht in allen E-Mail-Programmen eine Variation des Zeichensatzes (fett, kursiv) zur Verfügung. Setzen Sie einfach einen Stern oder ein Ausrufezeichen vor und nach der hervorzuhebenden Stelle.
Komprimieren: Wollen Sie binäre Dateien (z.B. eine Tabellenkalkulation oder eine Grafik) als Beilage mitschicken, stellen Sie sicher, dass eine möglichst effiziente Komprimierung verwendet wird. Bedenken Sie, dass eine Datei beim Versand bis doppelt so gross ist wie das Original auf Ihrer Festplatte.
Dateiformate: Bedenken Sie, dass der Empfänger einer binären Datei nicht zwingend mit demselben Betriebssystem, denselben Programmen und denselben Zeichensätzen arbeitet wie Sie. Fragen Sie nach, wenn Sie nicht sicher sind, ob der Adressat ein bestimmtes Dateiformat verarbeiten kann.
Herumschreien: Verwendet man nur GROSSBUCHSTABEN heisst das, diese Worte werden laut und ärgerlich geschrien. Wie im Alltag auch, wird Herumschreien als unhöflich empfunden. Vermeiden Sie es also.
Zeitverschiebung: Wenn Sie dringend auf Antwort warten, berücksichtigen Sie die Zeitverschiebung rund um den Globus. Bevor Sie also eine ärgerliche zweite E-Mail hinterherschicken, denken Sie kurz nach.
Vorsicht Fälschung: Der als Absender einer E-Mail eingefügte Name lässt sich auch von einem Laien ohne weiteres beliebig einstellen ("fälschen"). Verlassen Sie sich also nicht auf entsprechenden Angaben und benutzen Sie den gesunden Menschenverstand, wenn Ihnen eine E-Mail merkwürdig vorkommt. Fragen Sie zurück, bevor Sie beispielsweise jemandem einen Vorwurf machen oder auf einen fragwürdigen Handel eingehen.
Sonderzeichen: Es fehlt nicht an Versuchen, Spezialzeichen wie zum Beispiel Umlaute korrekt zu übermitteln. Leider sind aber noch lange nicht alle Programme dazu in der Lage. Bevor Sie eine riesige Datei verschicken, stellen Sie mit einem kurzen Versuch mit einer kleinen Datei sicher, dass sie am Bestimmungsort auch wirklich wieder ausgepackt und benützt werden kann. Senden Sie nie eine grosse Zusatzdatei, wenn der Adressat nicht darauf vorbereitet ist. Es kann sonst passieren, dass Sie sein E-Mailsystem aus Versehen vollständig lahmlegen.
Nachtrag: Empfänger werden es Ihnen danken, wenn Sie das Netz und die beteiligten Computer nicht unnötig mit riesigen Dateien belasten. †berlegen Sie sich, ob ein kleiner Nachtrag manchmal nicht effizienter sein könnte, als die vollständige Datei noch einmal zu versenden.
Weiterverbreiten: Bedenken Sie, dass Text aus einer E-Mail sehr leicht übernommen und weiterverbreitet werden kann. Überlegen Sie sich also gut, was Sie schreiben, insbesondere dann, wenn Sie über andere Leute schreiben.
Diskussionsgruppen: Die meisten Regeln für die elektronische Post sind sinngemäss auch auf die Diskussionsgruppen (Newsgruppen) anwendbar. Da hier aber nicht ein eindeutiger Adressat vorhanden ist, sondern sich ein Beitrag immer "an die ganze Welt" richtet, kommen einige weitere Dinge hinzu, die zu beachten sind.
FAQ: Bevor Sie eine Frage stellen, lesen Sie das Dokument FAQ der entsprechenden Gruppe. Dort werden die von Anfängern am häufigsten gestellten Fragen kompetent beantwortet.
Keine Werbung: Missbrauchen Sie Newsgruppen nicht für Werbung. Ähnlich wie beim E-Mail bezahlt auch hier der Empfänger das Porto. Ausnahmen sind Newsgruppen, die ausdrücklich zum Zweck des Verkaufens eingerichtet wurden.
Fragen zusammenfassen: Wenn Sie auf eine Frage, die Sie gestellt haben, Antworten erhalten, fassen Sie diese am Schluss kurz zusammen, und publizieren Sie diese Zusammenfassung in der entsprechenden Newsgruppe.
Mirrors: Viele wichtige Dateiarchive werden rund um den Globus auf sogenannten "Mirrors" gespiegelt (Kopien auf verschiedenen Computern). Wenn Sie Dateien übers Netz herunterladen, benützen Sie als Quelle immer einen Rechner, der möglichst nahe an Ihrem Anschluss liegt.
Proxy: Benützen Sie den FTP Proxyserver Ihres Internetproviders (hier lagern die meist verlangten Seiten), wenn er Ihnen einen solchen zur Verfügung stellt. Auch hier wird Bandbreite gespart und Sie erhalten Ihre Dateien schneller.
Provokation: Lassen Sie sich nicht provozieren. Es gibt Benutzer, die nichts besseres zu tun haben als andere durch beleidigende Bemerkungen herauszufordern und so wahre "Newsstürme" zu entfachen. Geben Sie solchen Leuten nicht die Befriedigung, ihr Ziel erreicht zu haben.
Shareware: Es obliegt Ihnen, allfällige Copyrights und Lizenzbestimmungen zu beachten. Sollte ein Autor für seine Software eine Lizenzgebühr verlangen (Shareware), bezahlen Sie diese, wenn Sie das Programm einsetzen.
Usereinschränkungen: Sind bei einem Server Benutzungseinschränkungen (z. B. zeitliche) angegeben, halten Sie sich daran. Ein FTP Server ist eine Leistung, die jemand anders für Sie kostenlos erbringt. Wenn er seinen Rechner zu bestimmten Zeiten auch für etwas anderes braucht, ist es ein Gebot der Höflichkeit, darauf Rücksicht zu nehmen.