Lohnabschlüsse liegen inzwischen etwa für die 40'000 Coop-Mitarbeitenden vor: Sie erhalten bis zu 5000 Franken Monatslohn mindestens 3 Prozent und ab 5000 Franken mindestens 2 Prozent mehr Lohn im nächsten Jahr. Ebenfalls in diesem Rahmen bewegen sich die Abschlüsse bei der Post (insgesamt +2,8 Prozent), in der Industrie (Holcim, Rockwell) oder im Holzbau.

Etwas tiefer sind die Lohnabschlüsse laut SGB im öffentlichen Sektor (zwischen 1,5 und 2,3 Prozent). Der Grund dafür seien «zumeist unnötige Sparvorgaben». Bedenklich sei, dass der anhaltende Lohnabstand des öffentlichen Bereichs vom privaten den Lehrer- und Pflegekräftemangel noch verschärfen werde.

In den meisten Branchen und Betrieben stehen die Verhandlungen allerdings noch am Anfang oder sind im Gange.

«Korrekte Lohnerhöhungen»

SGB-Chefökonom Daniel Lampart wies in der Medienmitteilung vom Freitag darauf hin, dass in den Branchen, in denen noch verhandelt werde, das Geld für «korrekte Lohnerhöhungen» vorhanden sei. Namentlich im Baugewerbe, wo noch kein Abschluss zu Stande gekommen ist, sei der Geschäftsgang so gut wie seit langem nicht mehr.

Andreas Rieger, Co-Präsident der Gewerkschaft Unia, betonte, dass die Löhne der Arbeitnehmenden in der Schweiz hinter der Entwicklung der Produktivität hinterher hinkten. Seit dem Jahr 2000 sei die Arbeitsproduktivität pro Stunde insgesamt um 9,6 Prozent gestiegen, die Reallöhne aber nur um 6,2 Prozent. Es bestehe darum ein grosser Nachholbedarf.

In sämtlichen Branchen habe sich zudem die konjunkturelle Lage seit Ende 2009 massiv verbessert. Die Auftragsbücher seien voll, und die Aussichten für das kommende Jahr erfreulich, sagte Rieger.

(SDA)