Im täglichen Umgang mit Geschäftskunden und Kollegen, auf Messen oder bei Geschäftsessen – überall gehören perfekte Manieren zum guten Ton. Erfolg hängt nicht nur von der individuellen Leistung ab, sondern auch von guten Umgangsformen. Die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt:

• Begrüssung
«Es ist egal wer zuerst da war oder wer älter ist. Der Rangniedere stellt sich dem Ranghöheren vor», so Christine Stoll, Knigge-Expertin aus Zürich. Eine Ausnahme gilt jedoch bei Geschäftsmeetings: Dort begrüssen sich die Menschen zuerst, die sich kennen.

Name vergessen
«Wie war noch einmal Ihr Name?», wirkt unprofessionell. Besser sollten Sie dazu stehen, den Namen vergessen zu haben und charmant nachfragen: «Mir fällt Ihr Namen gerade nicht ein, können Sie mir weiterhelfen.»

Komplimente
Gelobt wird jeder Mensch gerne. Wenn Sie dabei aber ins Anzügliche gleiten, machen Sie sich schnell unglaubwürdig. In der Geschäftswelt und am Arbeitsplatz ist es als Chef und Mitarbeiter besser die beruflichen Erfolge oder die Teamfähigkeit zu rühmen, als Äusserungen über die gute Figur oder das neue Kleid.

Der Ton macht die Musik
Kritisiert wird in der Geschäftswelt keiner gerne. Achten Sie daher auf den Inhalt und die Betonung der geäusserten Kritik, wenn Sie Ihren Geschäftspartner zurechtweisen. Ihre Meinung drücken Sie am Besten aus, indem Sie Sätze anfangen wie «Ich bin der Ansicht», anstatt «Das geht nicht».

Frauen zuerst?
Klar und deutlich nein. «Ladies first» gilt nicht in der Geschäftswelt, sagt Stoll. Wenn eine Türe aufzumachen ist, lässt der Rangniedere den Ranghöheren vorgehen und hält ihm die Tür auf.

Pünktlichkeit
«Die meisten Schweizer reagieren sehr verärgert, wenn man ihre kostbare Zeit verschwendet», so Stoll. Wer pünktlich zur Arbeit oder zu Meetings kommt, zeigt Respekt und Anstand. Chefs, die durch ihre Unpünktlichkeit zeigen, dass sie es sich leisten können zu spät zu kommen, sollten gemäss Stoll selbst einen Knigge-Kurs besuchen.

Freundschaften auf Facebook
Was tun wenn der Geschäftspartner bei Facebook eine Freudschaftsanfrage schickt? «Man darf eine solche Anfrage auch ignorieren», so Knigge-Expertin Stoll. «Allerdings sollte man aber freundlich zurückschreiben, dass man auf Facebook nur zu privaten Zwecken nutzt. Um nicht unhöflich zu erscheinen, sollte man stattdessen auf ein berufliches Netzwerk verweisen», sagt Stoll. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Freundschaftsanfrage zu akzeptieren und die Einstellungen so zu gestalten, dass die Person keinen Zugriff auf private Fotos von der letzten Jungesellenfeier zu sehen bekommt.

Smalltalk
Vermeiden Sie bei Smalltalks Gespräche über Religion und private Probleme. Kritik ist beim Smalltalk unangebracht, seien Sie positiv in allem was Sie sagen. Bei lockeren Gesprächen geht es um das gegenseitige Kennenlernen und eine positive Gesprächsatmosphäre.

Nicht Lästern
Bei Klatsch und Tratsch ist äusserste Zurückhaltung empfohlen. «Ich bin immer ganz vorsichtig bei jemanden, der sich über die Schwächen anderer lustig macht. Dann denke ich, dass diese Person früher oder später auch über mich lästert», so Stoll.

Verabschieden
Viele Menschen merken es nicht, wenn Sie bei Empfängen oder Firmenanlässen ihr Gegenüber langweilen. Knigge-Expertin Stoll rät dazu «den Gesprächspartner mit einem anderen zu verkuppeln oder jemand sehen zu wollen, mit dem sie unbedgingt sprechen müssen».