Sie belasten das Unternehmen mehr als alle anderen Problemfelder: Schlechte Chefs. Sie können nicht organisieren, nicht delegieren, kritisieren häufig, loben nie, und sie verhindern flexible Arbeitszeiten ebenso wie ein angenehmes Betriebsklima. Das führt zu Stress, Ängsten und damit zu sinkender Produktivität der Angestellten.

Gemäss dem britischen National Institute for Health and Clinical Excellene fallen alleine dadurch im Durchschnitt Kosten von knapp 400 Franken pro Mitarbeiter an. Entsprechende Erhebungen in der Schweiz gibt es nicht.

Einen Hinweis auf die volkswirtschaftliche Belastung durch unfähige Vorgesetzte liefert aber eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft aus dem Jahr 2000. Demnach gehen in der Schweiz wegen krankmachendem Stress am Arbeitsplatz jährlich 4,2 Milliarden Franken verloren. Hauptursache: Ein schlechtes Arbeitsklima. Und der Fisch stinkt ja bekanntlich vom Kopf her.

Brandherd 2: Schlechte Organisation

Unnütze und nicht vorbereitete Sitzungen, hinausschieben von Aufgaben und Entscheiden: Miese Organisation belastet die Unternehmen massiv. Die Leerläufe schlagen mit Milliarden von Franken zu Buche. Ein Beispiel: Drei von vier Mitarbeiter können nicht mal mit Standard-Programmen wie Word, Excel und Powerpoint halbwegs effizient arbeiten. Die Folge: Durch Unkenntnis der Funktionen oder dem Suchen danach gehen pro Jahr und Mitarbeiter mehrere Wochen Arbeitszeit drauf. Diese nutzlosen Personalkosten belaufen sich laut einer Studie von TIP auf fast 2000 Franken pro Kopf.

Noch teurer kommt die Firmen das fehlende Selbstmanagement zu stehen. 80 Prozent der Vorgesetzten klagen laut Umfragen über Probleme mit dem Selbstmanagement. Dieser Anteil dürfte bei den Angestellten ähnlich hoch sein. Das grösste Problem: Aufgaben nicht sofort zu erledigen, die anstehenden Arbeiten nicht zu planen, keine Pendenzenliste zu führen und zuwenig bewusste Pausen zu machen.

Brandherd 3: Schlechte Infrastruktur

Ständige abstürzende PCs, unbequeme Bürostühle und Massen-Menschen-Haltung sind weit mehr als nur ein Ärgernis. Eine schlechte Arbeitsinfrastruktur geht den Unternehmen ins Geld. So zeigt eine Untersuchung des Staatssekretariats für Wirtschaft und der Hochschule Luzern, dass Grossraumbüros bei den Mitarbeitenden schlecht ankommen. Leute in Massenräumen klagen über schlechte Luft, Lärm, zuwenig Licht und ungenügende Konzentration.

Auf die Unternehmens-Kasse drücken zudem ungeeignete Büromöbel und ungeeignete Arbeitsinstrumente. Alleine die durch Rückenschmerzen verursachten Kosten belaufen sich in der Schweiz auf rund 9,8 Milliarden Franken. Nicht bezifferbar ist hingegen der Budget-Posten, der für unzureichende IT-Systeme verschwendet wird.

Für diesen wie alle Brandherde gilt: Löschen müssten die Vorgesetzten. Nur - siehe Artikelanfang - sind sie ja oft selbst die Brandstifter.