Für viele ist der Job die Hölle: Je nach Studie sind ein Drittel bis 90 Prozent aller Beschäftigten mit ihrer Arbeit unzufrieden oder haben sogar schon innerlich gekündigt. Auch wenn die Zahlen zu hoch gegriffen sind: Sie zeigen, dass sich viele Angestellte ernsthafte Gedanken zu ihrem Job machen sollten.

Doch die wenigsten tun es. Oft wird mehr gejammert als gehandelt. Dabei lässt sich mit einigen Fragen eruieren, ob man sich wirklich nach einer neuen Stelle umsehen und sich aufraffen sollte. Die wichtigsten:

1. Unzufrieden fühlen sich alle einmal. Doch wenn diese Stimmung über Wochen und Monate anhält, muss das Gespräch mit den Vorgesetzten gesucht werden. Denn wie soll sich etwas ändern, wenn niemand ausser Ihnen weiss, dass Sie sich nicht mehr wohlfühlen?

2. Wissen Sie, was Sie wollen? Denn nur dann können Sie mit Ihren Vorgesetzten Lösungen erarbeiten, damit Ihre Aufgaben Sie wieder befriedigen.

3. Sind alle Gespräche und mögliche Änderungsansätze gescheitert, oder lassen sich Ihre Vorgesetzten gar nicht darauf ein, dann ist es wohl Zeit, nach neuen Ufern aufzubrechen. Gleiches gilt für Unternehmen, die der Titanic gleich am sinken sind. Dann heisst es auf in die Rettungsboote, solange noch Plätze frei sind.

4. Ebenfalls klare Indizien für einen Jobwechsel sind: Die Arbeit, die Firma und die Kollegen machen Sie krank. Wenn Sie sich schon kraftlos fühlen, bevor Sie das Büro betreten, sich jeden Morgen vor Erniedrigungen durch den Chef fürchten und das Arbeitsklima Sie auf den Boden drückt, dann müssen die Konsequenzen gezogen werden.

5. Wenn die Arbeit zwar stimmt, aber ein deutlich besseres Angebot ins Haus flattert oder sich die Lebensumstände so ändern, dass der derzeitige Job und das Privatleben nicht mehr vereinbar sind, dann heisst es ebenfalls: Adieu.

Was Sie wissen müssen

Selbst wenn es klar ist, dass es einen Wechsel braucht, ist Eile mit Weile angesagt. Ausser Sie haben bereits die perfekte Offerte auf dem Tisch. Falls nicht, beantworten Sie sich folgende Fragen:

1. In welcher Branche und in welcher Funktion wollen Sie arbeiten? Haben Sie die dafür nötigen Qualifikationen?

2. Arbeiten Sie lieber in einem hierarchisch geführten Unternehmen oder ist ihnen ein offener Umgang wichtig? Und grundsätzlich: Bevorzugen Sie klare Rahmenbedingungen oder Flexibiltät, zum Beispiel bei den Arbeitszeitmodellen?

3. Wollen Sie sich lieber in einer jungen, dynamischen Firma verwirklichen oder in einem renommierten Konzern arbeiten. Und soll es ein KMU oder ein internationales Unternehmen mit 10'000 Angestellten sein?

4. Sind Sie ein Einzelkämpfer oder arbeiten Sie lieber im Team - und damit lieber im Einzel- oder im Grossraumbüro?

5. Was erwarten Sie von Ihrem neuen Job? Soll er vor allem Sprungbrett sein, Spass machen oder möglicherweise gar eine «Stelle fürs Leben» sein?

Haben Sie zu allen Punkten klare Vorstellungen, steht der Jobsuche nichts mehr im Weg. Nur eines sollten Sie bedenken: Anstatt sein Bündel zu packen und weiterzuziehen, gibt es vielleicht auch intern Möglichkeiten für einen neuen Job. Denn manchmal ist das Paradies der Hölle näher, als Sie denken.