Haben Sie ein abgeschlossenes volkswirtschaftliches Studium und Analystenerfahrung im strategischen Research und sind Sie zudem eine überzeugende Persönlichkeit? Dann könnte Raiffeisen Interesse an Ihnen haben. Seit Anfang September sucht die drittgrösste Schweizer Bank auf diversen Online-Jobportalen und mit Zeitungsinseraten einen Chefökonomen.

Was Finanzistitute wie die UBS, Credit Suisse, Vontobel oder Sarasin haben, fehlt der Raiffeisen bislang. Es gehört schliesslich zum guten Ton in der Finanzbranche, sich auf einen Chefökonomen verlassen zu können, der die neuesten Wirtschaftsdaten ständig im Blick hat und Analysen eloquent zu vermitteln weiss.

Aber nicht nur das: Liest man das Inserat, wird schnell klar, dass sich etwas tut bei der Bankengruppe. So gehört der Aufbau einer "effizienten Fundamentalanalyse" sowie "Sekundär-Research zu den globalen makroökonomischen Rahmenbedingungen und deren Entwicklung" zu den Hauptaufgaben.

"Durch die neue Stelle des Chefökonomen wollen wir uns mit einer klaren Marktmeinung noch stärker als Anlagebank positionieren und einen zentralen Know-how-Träger für Kunde und Berater schaffen", sagt Mediensprecher Jens Wiesenhütter auf Anfrage.

Sprachgewandte Persönlichkeit gesucht

Zudem soll neben Aufbau und Führung eines Spezialteams, eine "ganzheitliche Raiffeisen Research-Methodik bis auf Stufe Anlageklasse sowie deren Verbreitung innerhalb des Unternehmens" etabliert werden. Ebenfalls muss der neue Chefökonom die verschiedenen Entwicklungen in den Bereichen Wirtschaftswachstum, Zinsen und Währung beurteilen können.

Freilich ist ein Erfolgsausweis als "Senior Strategist" im Finanz-Umfeld von Vorteil, wie die Bank im Anforderungsprofil schreibt und "die überdurchschnittlichen Kommunikationskompetenzen in Wort und Schrift" sind in einer Mediengesellschaft unerlässlich.

Um elektronischen Medien und den Printtiteln des Landes Red und Antwort zu stehen, ist die Muttersprache Deutsch und sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch und idealerweise in Französisch oder Italienisch sehr willkommen.

Mediengewandte und glaubwürdige Chefökonomen von Banken können durchaus Star-Niveau erreichen. So wurde der kürzlich verstorbene Norbert Walter, der fast 20 Jahre Chefökonom der Deutschen Bank war, durch seine zahlreichen TV-Auftritte in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt.