In Europa geht die Grippe um. Die Griechenland-Geschichte ist bekannt. Spanien ist angeschlagen, auch in Italien will kaum mehr jemand investieren. Es herrschen Ansteckungsgefahren noch und noch.

"Anleger sollten ihr Engagement in Euro-Anlagen einschränken", sagt Andrew Balls, Anlagechef Europa bei Pimco, im cash-Video-Interview. Dies gilt – so Balls – nicht nur auf kurze Frist, sondern für die nächsten drei bis fünf Jahre. Pimco selber lässt die Hände gänzlich von Anlagen in Irland, Portugal oder Griechenland und Investments in Italien oder Spanien werden stark untergewichtet.

Unattraktive deutschen Staatsanleihen

Auch von vermeintlich sicheren Anlagen wie deutsche Bundesanleihen hält der Pimco-Mann wenig. Denn mit der zunehmenden Vergemeinschaftung der Schulden wird auch die deutsche Bonität in Mitleidenschaft gezogen. Weiter seien die Renditen auf deutsche Staatsanleihen unattraktiv und der Bond-Markt ohnehin überteuert. Die Rendite auf zehnjährige deutsche Staatsanleihen liegt bei gut 1 Prozent. Beim der zehnjährigen Anleihe der Eidgenossenschaft sind es sogar nur 0,5 Prozent.

Trotzdem flaut der Run auf solche Papiere nicht ab. Laut Balls ist dies dem Fakt geschuldet, "dass Anleger auf Kapitalerhalt setzen und nicht auf Kapitalrendite." Doch auch mit Staatspapieren lässt sich der Kapitalzerfall nicht stoppen – zumindest was deutsche Valoren betrifft. So liegt die Inflationsrate in Deutschland bei knapp 2 Prozent. Unter dem Strich verlieren Anleger somit kontinuierlich Geld. Doch laut Balls gibt es Alternativen.

Schwellenländer-Werte vorziehen

So setzt Pimco verstärkt auf Investments in Schwellenländer. Dies, weil die Wirtschaft von Emerging Markets real durchschnittlich um vier bis fünf Prozent wächst. Europa hingegen steckt in einer Rezession. Auch die US-Konjunktur werde – nach Analysen von Pimco – eher unterdurchschnittlich wachsen. 

Pimco setzt lieber auf Länder wie Brasilien, Mexiko, Indonesien oder China. Konkrete Titel will der Bond-Investor wie üblich nicht nennen. Anleger sollten aber auf Unternehmen beziehungsweise Staaten achten mit starken Bilanzen, guten Wachstumsperspektiven und im Fall von Aktien auf solide Dividendenrenditen.

Im cash-Video sagt Balls, wie sich Anleger, die bereits in der Eurozone investiert sind oder investiert sein müssen, am besten gegen Verlustrisiken absichern können.