Die Euphorie an den Börsen hat nach der jüngsten Korrektur im letzten November spürbar zugenommen. Fast täglich sieht man Upgradings von Analysten auf einzelne Aktien. Und aus dem Handel werden starke Käufe gemeldet. Dies sind in der Regel Zeichen einer bevorstehenden Korrektur.

Doch derzeit sollten Anleger die Füsse noch still halten: "Wir sind positiv für den Schweizer Aktienmarkt für das erste Quartal", sagt Daniel Egger, Anlagechef bei der Privatbank Maerki Baumann, im cash-Börsen-Talk.

Laut Egger steht der SMI möglicherweise gar vor einer "parabolischen Aufwärtsbewegung", in welcher der Leitindex in einer kurzen Zeitspanne stark zulegen könnte. Egger verweist auf eine ähnliche Konstellation im Frühling 2013. Damals hatte der SMI innert nur vier Wochen 15 Prozent zugelegt, bevor er dann um fast denselben Prozentbetrag absackte.

An Absicherungen denken

Dieses Szenario könnte sich auch im kommenden Frühling wiederholen, so Egger. Deshalb empfiehlt er, Aktienanlagen mittels Kauf von Put-Optionen abzusichern. Optionen sind derzeit günstig zu haben, weil die implizite Volatilität im historischen Vergleich kellertief liegt. Das Angstbarometer der Schweizer Börse – der so genannte VSMI – notierte am Donnerstag bei 13 Prozent. Ähnlich tief ist auch das meist beachtetste Volatilitätsmass - der VIX der US-amerikanischen Börse S&P 500.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Aktien bei Anzeichen einer bevorstehenden Korrektur zu verkaufen und die Kursgewinne einzustreichen. Aber laut Egger ist die Absicherungsstrategie mittels Put-Optionen besser, da die Börsen entgegen den Warnzeichen noch weiter nach oben drehen könnten. "Wer vorher verkauft hat, geht dann leer aus."

Aufgrund der fragilen Situation rät Egger bereits investierten Anlegern, die Aktienquote nicht zu erhöhen, sondern auf der Welle mitzureiten und die Korrektur abzuwarten. "Dies sei dann eine gute Gelegenheit, um sich mit weiteren Aktien einzudecken."

Versicherungstitel und Zykliker

Gute Kaufkandidaten nach einer erfolgten Korrektur ortet der seit dreieinhalb Jahren bei Maerki Baumann tätige Anlagechef im Versicherungssektor. Die Zurich böten weitere Gewinnchancen, aber auch die Aktien des Rückversicherers Swiss Re. Insbesondere die steuerfreie Sonderdividende von Swiss Re sei reizvoll, so Egger.

Ebenfalls auf dem Radar des knapp 40-Jährigen Anlagechefs liegt die ABB. "ABB ist attraktiv, weil das Unternehmen verstärkt auf wenig profitable Aufträge verzichten und stattdessen den Fokus auf höhermargige Aufträge richtet. Von der aufkeimenden Weltwirtschaft dürfte zudem der Logistiker Kühne + Nagel profitieren.

 

Im cash-Börsen-Talk sagt Egger, weshalb Maerki Baumann als einer der wenigen Vermögensverwalter weiterhin auf Gold setzt. Er nennt seine Prognose für den Goldkurs.