Seit Mitte Juli versucht die Bank Vontobel den Aktionären von BB Biotech, die Umwandlung der Beteiligungsgesellschaft in einen Anlagefonds schmackhaft zu machen. Doch die Erfolgschancen auf eine Zustimmung der Investoren sind deutlich gesunken. Die Mehrheit der BB-Biotech-Aktionäre glaubt offensichtlich nicht an diesen Deal. Das zeigt der Kursverlauf der Aktie: Am Mittwoch schloss diese bei 90,40 Franken. Doch eigentlich sollte der Kurs bei 108 Franken - dem inneren Wert der Beteiligungen - liegen. 

Denn genau das verspricht Vontobel den Aktionären, sollte die Beteiligungsgesellschaft in einen Fonds umgewandelt werden. Allerdings zeigten die Investoren bereits am Tag der Bekanntgabe des Angebots eine erhebliche Zurückhaltung. Die BB-Biotech-Aktie stieg damals "nur" auf 95 Franken an. Bis zum Handelsende sackte der Titel sogar wieder unter 90 Franken ab. "Überzeugung sieht anders aus", kommentiert BB-Biotech-Sprecher Thomas Egger. 

Die deutliche Abweisung des Vorschlags durch den Verwaltungsrat der Beteiligungsgesellschaft hatte offenbar viele Investoren davon abgehalten, einen Aktionärspool zu bilden, der die Vontobel-Interessen unterstützt.

Millionengewinn für Vontobel

Dennoch: Vontobel lässt in der "Causa BB Biotech" nicht locker. Die Privatbank hält weiterhin am Angebot  fest, mit einer Umwandlung der Beteiligungsgesellschaft in einen Fonds nach luxemburgischem Recht den nach wie vor hohen Discount zum inneren Wert von gegen 20 Prozent zu eliminieren. 

Von diesem Vorgehen, das Vontobel vor drei Jahren bereits bei der Schwester-Gesellschaft BB Medtech erfolgreich angewendet hatte, würde aber in erster Linie die Bank profitieren. Die Transaktion würde der Bank einen Bruttogewinn von rund 60 Millionen Franken einbringen. Nach Abzug der Kosten sollte noch immer ein ansehlicher Betrag in die Kasse der Bank fliessen. 

Die Privatbank sieht dies natürlich anders: "Wir hatten bereits verschiedene Anfragen von Investoren, die sich zu unserem Angebot bekennen", sagt Hanspeter Gehrer, der das Corporate Finance bei Vontobel leitet. Dabei soll es sich sowohl um Aktionäre aus der Schweiz und Grossbritannien handeln.

Ball liegt nun bei den Aktionären

Vontobel will jetzt aber den Ball gänzlich den Shareholdern zuspielen.  "Nun ist es an den Aktionären, eine ausserordentliche Generalversammlung einzufordern. Wir wollen uns in dieser Angelegenheit nicht weiter exponieren. Wir haben dem Verwaltungsrat ein sehr aktionärsfreundliches Angebot unterbreitet, an dem wir weiterhin festhalten", sagt Gehrer gegenüber cash.

Dass sich das Ganze hinauszögert, führt Gehrer auf den Umstand zurück, dass "das Aktionariat zersplittert und dem Verwaltungsrat ausgeliefert ist". Insbesondere Verwaltungsratspräsident Thomas Szucs stelle sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen gegen das Vontobel-Angebot. 

Die Gegenseite sieht dieser Angelegenheit gelassen entgegen. "Die ganze Geschichte hat sich beruhigt", sagt Egger zu cash. Die Botschaft von BB Biotech sei verstanden worden, und die Beteiligungsgesellschaft habe für auch positive Feedbacks von Aktionären erhalten. "In der Form einer Beteiligungsgesellschaft können wir ihnen langfristig mehr bieten", so Egger. 

Fonds bietet eingeschränkte Flexibilität

Schon vor dem Angebot der Bank Vontobel hatte Daniel Koller, Management-Leiter bei BB Biotech, in einem früheren cash-Interview die Möglichkeit einer Fondsumwandlung kategorisch ausgeschlossen. Bereits damals erwähnte Koller die damit einhergehende eingeschränkte Flexibilität.

Fonds hingegen müssen in verschiedenen Punkten wesentlich eingeschränker gemanaged werden. So darf keine Beteiligung mehr als 10 Prozent des Portfolios ausmachen, die fünf höchsten Positionen nicht mehr als 40 Prozent. Dazu kommt, dass Private-Equity-Investitionen nicht mehr im gleichen Umfang möglich wären.