Der Franken zeigt wieder Muskeln gegenüber dem Euro. Innert vier Wochen wertete er sich von 1,2214 auf 1,2070 Franken auf. Derart nah befand sich der Währungs-Cross seit der Einführung der Wechselkurs-Untergrenze von 1,20 Franken am 6. September 2011 nicht mehr.
Die Frankenstärke dürfte wohl anhalten: "Für die kommenden zwölf Monate erwarte ich keine Abschwächung", sagt Thomas Flury, UBS-Währungsexperte im cash-Börsen Talk. Der Franken könnte sich deshalb der Untergrenze weiter annähern. So muss Griechenland am 20. März 2012 rund 14,4 Milliarden Euro Schulden refinanzieren. Ökonomen sind skeptisch, ob dies gelingen wird und gehen sogar von einer Pleite Griechenlands aus (zum Artikel). Das hätte Folgen für die Schweizer Währung. "Es ist möglich, dass auf dieses Datum hin erste Tests gegen den Franken stattfinden werden", so Flury.
Auch der Dollar dürfte weiter erstarken. Dieser hat bereits eine Rally gegen den Franken und den Euro hingelegt. So stieg der Dollar-Franken-Wechselkurs seit dem Jahrestief im August 2011 bei 72 Rappen auf knapp 95 Rappen, also nahe an die Parität. "Es braucht nur wenig zusätzliche politische Schwierigkeiten, und die Parität ist Tatsache", sagt Flury.
Yen auf fairem Niveau
Die stärkste Währung seit Anfang 2011 ist aber nicht der Franken, sondern der Yen. Die Interventionen der japanischen Notenbank haben im Gegensatz zum SNB-Eingriffvom 6. September 2011 keine Abschwächung gebracht. Die japanische Währung liegt gegenüber dem Franken um gut 5 Prozent, zum Dollar um knapp 8 Prozent und gegenüber dem Euro sogar um 12 Prozent im Plus.
Von einer Überbewertung des Yens gegenüber den Hauptwährungen könne aber keine Rede sein. "Auf diesem Niveau ist der Yen im Vergleich zum Euro oder zum Dollar im Gleichgewicht", sagt Flury. Weitere Wertsteigerungen liegen daher kaum drin. Die immensen Geldmengen, welche in Japan in der Vergangenheit geschaffen wurden, lassen Inflationsgefahren aufkeimen. Eine Schwächung des Yens in den kommenden Monaten sei somit wahrscheinlich, so der UBS-Devisenprofi.
Schwellenländer-Währungen sind attraktiv
Gewinnchancen sieht Flury bei Schwellenländer-Währungen wie zum Beispiel dem mexikanischen Peso. Dieser habe sich in den vergangenen Monaten zum Dollar stark abgewertet. Die Talsohle könnte erreicht sein, und für risikobereite Anleger ergäbe es nun eine gute Gelegenheit, den Peso schrittweise zu kaufen, so Flury.
Im Video sagt Thomas Flury, welche weiteren Währungen ebenfalls Aufwertungspotenzial bieten.


