Helmut Dietl

Kolumne

Helmut Dietl, Professor Universität Zürich

Buffetts Deal: Profit durch Signalwirkung

Am 25. August 2011 kündigte Warren Buffett an, über seine Investmentholding Berkshire Hathaway 5 Milliarden Dollar in Bank of America zu investieren. Mit einer Bilanzsumme von 2,3 Billionen Dollar ist Bank of Amrica die grösste Bank der Vereinigten Staaten. Seitdem die Bank im Jahr 2008 Merril Lynch übernommen hat, ist sie auch der grösste Vermögensverwalter der Welt.

Während der Finanzkrise erhielt die Bank im Rahmen des so genannten Troubled Asset Relief Programms Staatshilfen in Höhe von 45 Milliarden Dollar. Diesen Betrag konnte die Bank bereits Ende 2009 vollumfänglich zurückbezahlen. In den letzten Monaten kam die Bank jedoch wieder in Schwierigkeiten. Schuld daran sind vor allem die Altlasten fadenscheiniger Hypothekengeschäfte der ehemals grössten Hypothekenbank der USA, Countrywide Financial.

Bank of America hatte Countrywide Financial während der Finanzkrise für rund 4,1 Milliarden Dollar übernommen und muss jetzt für deren zweifelhafte Kreditgeschäfte geradestehen. Nachdem Bank of America bereits 2,8 Milliarden Dollar an Geschädigte aus dem öffentlichen Sektor bezahlt hatte, strebt sie nun einen Vergleich mit den Geschädigten aus dem privaten Sektor an und hat sich zu Vergleichszahlungen in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar bereit erklärt.
Durch diese Altlasten rutschte die Bank wieder in die Verlustzone und der Börsenkurs, der sich von seinem Tiefststand von 3,14 Dollar im März 2009 zwischenzeitlich auf über 18 Dollar erholt hatte, stürzte wieder auf unter 8 Dollar ab.

Buffetts Einstieg hilft der Bank in zweifacher Hinsicht. Zum einen braucht sie dringend frisches Kapital. Noch wichtiger aber dürfte der Signalisierungseffekt sein, der vom Einstieg des legendären Investors ausgeht. Unmittelbar nach der Ankündigung schnellte der Aktienkurs um über 25 Prozent in die Höhe, rutschte dann aber wieder etwas ab und notierte zum Tageschlusskurs noch knapp 10 Prozent im Plus.

Für Buffett und seine Berkshire-Hathaway-Aktionäre hat sich der Deal aufgrund des Signalisierungseffekts bereits jetzt mehr als gelohnt. Sie bekommen für die 5 Milliarden Dollar 50’000 Vorzugsaktien im Wert von je 100’000 Dollar, die zu 6 Prozent verzinst werden. Zudem erhält Berkshire Hathaway Kaufoptionen auf 700 Millionen reguläre Aktien von Bank of America. Die Laufzeit dieser Optionen beträgt zehn Jahre, der Ausübungspreis (Strike) liegt bei 7,14 Dollar. Allein diese Kaufoptionen dürften nach dem Signalisierungseffekt aufgrund der langen Laufzeit und hohen Volatilität der Börsenkurse bereits mehr als 1 Milliarde Dollar wert sein.

Gleichzeitig hält sich das Verlustrisiko in Grenzen. Das grundlegende Geschäftsmodell der Bank mit ihrem Privat- und Geschäftskunden- sowie dem globalen Vermögensverwaltungs- und Investmentgeschäft ist profitabel. Zudem weiss Buffett, dass die USA im Krisenfall ihre grösste Bank niemals in Konkurs gehen lassen würden.