Nach der überraschenden Ankündigung der Credit Suisse vom Mittwoch, ihre Kapitaldecke mit zusätzlichen 15 Milliarden Franken aufzupolstern und ihr Sparprogramm um eine auf drei Milliarden Franken zu erhöhen, ging die Aktie ab wie eine Rakete. Das Papier schloss am Mittwoch mit einem Plus von 4,5 Prozent.
Doch schon am Donnerstag wurde die Kauf-Euphorie jäh abgewürgt. Die Titel sackten in einem positiven Gesamtmarkt zeitweise um 5 Prozent ab. Gewinnmitnahmen sei nicht der Grund für die Korrektur, sagen Händler zu cash. Für CS-Anleger gibt es ja auch nichts mitzunehmen angesichts des Kursdebakels der Aktie. Allein in diesem Jahr büssten die Titel über 15 Prozent an Wert ein.
Was genau hinter der Kursbaisse steckt, weiss niemand im Detail. Möglicherweise sind es die revidierten Prognosen der Finanzanalysten. Sowohl die Zürcher Kantonalbank (ZKB) als auch die Bank Vontobel haben am Mittwoch angekündigt, ihre Prognosen aufgrund der Kapitalverwässerungen nach unten anzupassen (zum Artikel). Doch cash weiss noch von einer anderen Möglichkeit.
Hedgefonds wittern das grosse Geschäft
Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass Hedgefonds für die Kursrücksetzer verantwortlich sind. Dies sagte ein Händler gegenüber cash. Die Fonds würden ihre CS-Aktienpositionen verkaufen und im Gegenzug Pflichtwandelanleihen der Grossbank erwerben. Diese "Umschichtungs-Strategie" bringt Hedgefonds dicke Renditen ein, wenn sie denn aufgeht.
Die Credit Suisse hat zur Erhöhung ihrer Eigenkapitalstärkung neue Pflichtwandelanleihen im Umfang von 3,8 Milliarden Franken emittiert. Die Anleihen laufen im März 2013 aus und berechtigen den Inhaber dann, CS-Aktien zum Kurs von 16,29 Franken zu erwerben. Jeder Rappen, der über diesem Bezugspreis liegt, fliesst direkt in die Kassen der Hedgefonds. Hinzu kommt noch eine Zusatzrendite. Denn die Anleihe wird zu vier Prozent verzinst.
Für Privatanleger ist die Strategie der Hedgefonds durchaus interessant. Denn offenbar erwarten die Fondsgesellschaften in den kommenden Monaten höhere CS-Aktienkurse. Für risikotolerante Anleger bietet der Kauf von CS-Valoren Gewinnchancen. Aber: Der Schuss könnte auch nach hinten losgehen. Denn die Probleme der Banken sind alles andere als gelöst: Geringe Handelsvolumen, sinkende Erträge, rekordtiefe Zinsen und ein Steuerabkommen mit Deutschland, das auf sehr wackeligen Füssen steht, sind nur eine Auswahl der Probleme, mit welchen die Banken zu kämpfen haben.

