Am Abend haben die Anleger ihre Meinung zum UBS-Ergebnis gemacht: Die Aktie verliert 5,4 Prozent auf 13,40 Franken, das tiefste Niveau seit Juli vergangenem Jahr.
Das Anlegervertrauen hat die UBS mit ihrem ersten Quartalsgewinn seit über einem Jahr nicht zurück gewonnen. CEO Oswald Grübel sagte am Morgen: «Ich bin sicher, dass mit der Rückkehr in die Profitabilität auch das Kundenvertrauen und die Reputation der UBS wieder steigen» (siehe Video). Diese Hoffnung spiegelt das ganze Zahlenset, das die UBS vorgelegt hat.
Denn der Quartalsgewinn fiel mit 1,2 Milliarden Franken dank tieferen Kosten, Steuergutschriften, einem Gewinn von 121 Millionen Franken auf dem Stabfund, sowie tieferen Verlusten auf den Schuldtiteln überraschend hoch aus. Aber auf eine operativ wiedererstarkte UBS ist dies nicht zurückzuführen.
Börse reagiert zunächst ungnädig
Analysten hatten einen Quartalsgewinn in der Höhe von rund einem Drittel erwartet. Für die negative Überraschung sorgte aber der erneut massive Abfluss von Kundengeldern in der Höhe von über 56 Milliarden Franken. Damit verlor die UBS seit Anfang 2008 insgesamt 370 Milliarden Franken an Kundengeldern, was weit schwerer wiegt als der Jahresverlust von 2,7 Milliarden Franken.
«Wir sind immer noch eine der grössten Vermögensverwalter der Welt», sagt Grübel. Und wie das Ergebnis zeigt, ist die UBS mehr denn je von ihrem Kerngeschäft abhängig. 1,1 Milliarden Vorsteuergewinn lieferte die Einheit Wealth Management Swiss Bank im vierten Quartal ab.
Investment Bank steht auf schwachen Beinen
Dagegen ist das Ergebnis der Investment Bank mit einem Vorsteuergewinn von 297 Millionen Franken schwach. Der Analyst der Deutschen Bank kommentierte: «Angesichts dieses Ergebnisses ist es fraglich, ob die Einheit wieder relevant wird.» Wie die anderen Investment Banken auch spürte die UBS die rückläufigen Handelsvolumen auf den Aktien- und Anleihenmärkten. Sie ist nach dem Umbau der Investment Bank aber so schwach aufgestellt, dass sie offenbar kein Volumengeschäft betreiben kann.
Anthony Bray von Nomura sagt: «Es gibt kaum etwas wirklich Aufregendes an diesem Ergebnis.» Zu stark sind die ausserordentlichen Einflüsse, welche das operative Geschäft überdecken, zu schwach ist die Investment Bank und zu gross bleibt das Kundenmisstrauen.
Zwar führt die UBS die italienische Steueramnestie und den Ausfall der Pactual-Gelder an, welche den Abfluss noch verstärkt habe. Weitaus grösser ist aber der negative Einfluss des ramponierten Rufs der UBS, mit der sich die Kunden nicht mehr identifizieren können. Grübel sagte denn auch, die grösste Aufgabe bestünde darin, die Geldabflüsse zu stoppen. Allerdings kann dies noch lange dauern: Die Unsicherheiten bezüglich des Deals mit den USA helfen genauso wenig, wie die geklauten Kundendaten von Schweizer Banken, die EU-Staaten angeboten werden.
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