Nach einem schwierigen Jahr sehe man nun besseren Zeiten entgegen, sagt der designierte Präsident des Verbands Handel Schweiz, Jean Marc Probst, im cash-Video-Interview. Das zeige sich am ersten Quartal 2012, dieses sei für Handel und Import sehr gut gewesen. Zudem sei die Schweiz stabil und die Arbeitslosigkeit mit 3,1 Prozent tief. "Das sind gute Zeichen", so Probst.

Im Vergleich zu 2010 legte der Gesamthandel 2011 um 1,3 Prozent zu, wie Handel Schweiz am Donnerstag vor den Medien In Zürich bekannt gab. Die gesamte Bruttowertschöpfung des Handels erreicht teuerungsbereinigt 62,7 Milliarden Franken. Damit hat sich der Handel schwächer entwickelt als die Gesamtwirtschaft. Für diese hatte das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) vor zwei Monaten eine Wachstumsrate von 1,9 Prozent für das Gesamtjahr 2011 errechnet.

Im Auftrag von Handel Schweiz hat das unabhängige Forschungsinstitut BAK Basel in einer Studie die Eckzahlen für den Schweizer Handel ermittelt: "Sie zeigen", so Probst, "dass die Arbeitsproduktivität das Handels mit einer nominalen Wertschöpfung von 105'000 pro Erwerbstätigem in etwa dem Durschnitt aller Branchen entspricht." Damit sei der Handel ein wichtiges Standbein der Schweizer Wirtschaft.

«Erfreuliche» Entwicklung bei der Uhrenindustrie

Kein Frühlingserwachen verzeichnete indessen der Schweizer Export im ersten Quartal. Nur drei der zehn wichtigsten Exportbranchen schrieben in dieser Zeit ein Plus. Allen voran die Uhrenindustrie steigerte ihre Verkäufe um 17 Prozent, dies nachdem sie bereits vor Jahresfrist ein Plus von 15 Prozent erzielt hatte.

Probst führt das "erfreuliche" Ergebnis einerseits auf den exzellenten Ruf der Schweiz in dieser Branche zurück - und den vorteilhaften Freihandelsabkommen wie beispielsweise mit Japan. "Dort haben wir unseren Export im Vergleich mit den letzten vier Jahren verdoppelt." Zudem sei die Uhrenindustrie weniger abhängig vom starken Franken.

Am anderen Ende der Skala steht die Maschinen- und Elektronik-Industrie. Gleich um 11 Prozent tiefer kam der Auslandumsatz der zweitgrössten Exportbranche zu liegen. "Hier waren wir aufgrund des starkes Frankens einfach nicht konkurrenzfähig", begründet Probst den Einbruch.

Detailhandel als Schlusslicht

Auf den Handel 2011 bezogen verzeichnete die Autobranche das stärkste Wachstum. Diese dürfte indessen von der Euro-Schwäche profitiert haben. Der Autohandel legte um 3,6 Prozent auf knapp 6,5 Milliarden Franken zu. Der Grosshandel verbesserte sich um 1,3 Prozent auf über 32 Milliarden Franken.

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Autohandel um rund 900 auf 100'310 Personen und im Grosshandel um 4700 auf 231'330 Erwerbstätige. Dagegen sank sie im Detailhandel ganz leicht um 440 auf 346'210 Erwerbstätige.

Schlusslicht beim Wachstum war laut BAK-Studie der Detailhandel, der seine Bruttowertschöpfung lediglich um 0,6 Prozent auf 24,11 Milliarden Franken steigerte.