Um vom tiefen Zins von heute auch morgen zu profitieren, gibts nur eine Möglichkeit: Forward-Hypotheken. Diese können in der Regel bis zu einem Jahr im Voraus fixiert werden - im gegenwärtigen Umfeld, in dem Banken um ihre Kunden buhlen, jedoch auch bis zu 24 Monate im Voraus. Sie bieten sich all jenen an, die eine Hypothek aufnehmen oder eine auslaufende ersetzen müssen.
Doch die tiefen Zinsen gibt es nicht umsonst: Die Banken verrechnen für die Absicherung einen Aufschlag (siehe Tabelle unten). Dieser ist abhängig von der Dauer der Hypothek und vom Laufbeginn. Eine fünfjährige Forward-Fix-Hypothek, die in 12 Monaten fällig wird, kostet 37 Basispunkte mehr als eine Fest-Hypothek mit sofortigem Laufbeginn.
Wie hoch der Aufschlag jedoch tatsächlich ausfällt, ist vor allem auch Verhandlungssache.
Credit Suisse: Dreimal stärkeres Wachstum
Da die Zinsen sich auf einem Allzeittief befinden, und der Internetvergleichsanbieter Comparis von «einem Ausverkauf bei Hypotheken» spricht, ist auch die Nachfrage nach den Forward-Varianten gestiegen. Bei der Credit Suisse spürt man seit einigen Quartalen eine «konstant starke Nachfrage». Das Wachstum der Forward-Fix-Hypotheken sei im ersten Halbjahr 2010 denn auch knapp dreimal so stark ausgefallen wie das Wachstum über die ganze Produktepalette von Hypotheken.
Wie die CS verzeichnet auch die Grossbank UBS seit Januar einen leichten Zuwachs bei der Nachfrage für Termin-Hypotheken. Doch noch gibt es keinen Run darauf. Der Grund dafür: «Die Leute rechnen nicht mit einem baldigen Zinsanstieg und haben sich an die tiefen Sätze bereits gewöhnt», erklärt Lorenz Heim, Hypothekenexperte beim Vermögenszentrum (VZ). Momentan schätzt das VZ den Anteil an Forward-Hypotheken auf rund 10 Prozent aller Neu-Hypotheken.
Der Trend nach den Termin-Hypotheken dürfte sich stark beschleunigen, so bald sich ein entsprechender Zinsanstieg abzeichnet. Dafür gibt es jedoch keine Anzeichen. «Der gegen den Euro sehr starke Franken spricht gegen einen raschen Zinsanstieg», sagt Martin Scherrer, Bankenexperte bei Comparis.
Nicht den «idealen Zeitpunkt» verpassen
Scherrer rät Kunden, vor dem Abschluss einer Forward-Hypothek noch einige Monate zuzuwarten. Es sei nicht unmöglich, dass die Hypothekarzinsen nochmals günstiger werden. Eine andere Strategie schlägt Lorenz Heim vom VZ vor: «Wir empfehlen eine Forward-Hypothek für einen Teil des aufzunehmenden Kapitals, zum Beispiel für einen Drittel. Dann hat man zumindest diesen Teil im Trockenen.»
Die Absicherung eines Teils der Hypothekarsumme ist für alle sinnvoll, die in den nächsten Monaten ruhig schlafen und sich in Zukunft nicht selbst vorwerfen wollen, den «idealen Zeitpunkt» verpasst zu haben. Mit dem Restbetrag kann man auf noch billigere Zinsen hoffen - und dann zuschlagen, bevor die Nationalbanken an der Zinsschraube drehen.
Forward-Hypothek versus sofort beginnenden Fest-Hypothek
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Laufzeitbeginn |
Laufzeitbeginn |
Laufzeitbeginn |
Laufzeitbeginn |
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sofort |
in 6 Monaten |
in 12 Monaten |
in 18 Monaten |
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5 Jahre fest |
2.10% |
2.31% |
2.47% |
2.62% |
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7 Jahre fest |
2.41% |
2.58% |
2.72% |
2.84% |
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9 Jahre fest |
2.64% |
2.79% |
2.93% |
3.03% |
Quelle: VZ VermögensZentrum, Hypothekarberatung

