Die Party ist vorbei. Boom-Phasen wie Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre wird es im Detailhandel für lange Zeit nicht mehr geben. Das schreibt die Credit Suisse in ihrem Retail Outlook 2010. «Der Umsatz geht zurück, der Wettbewerb zwischen den Anbietern wir noch intensiver», sagt CS-Ökonomin Nicole Brändle zu cash.
Die Branche dürfte angesichts der um 0,5 Prozent tieferen Erträge 2010 nichts zu Lachen haben. Für die SBB dagegen gibt es Grund zum Feiern. «Das Ziel ist es, die Jahresumsätze bei den Railcitys heuer mindestens zu halten», sagt SBB-Sprecher Roman Marti. Das ist tief gestapelt. Denn die Zeichen stehen auf Wachstum: In den Schweizer Grossbahnhöfen dürfte 2010 mehr Geld ausgegeben werden als im letzten Jahr.
Lukrative Shoppingcenter mit Schienen
Schon im 2009 schlugen sich die neun grössten Shopping-Bahnhöfe sehr gut. Trotz Finanzkrise und grösseren Umbauten konnte der Umsatz von 2008 - rund 1,1 Milliarden Franken - gehalten werden. Die 31 grössten Schweizer Bahnhöfe erzielten einen Detailhandels- und Gastronomieumsatz von 1,45 Milliarden Franken.
Dieser dürfte im laufenden Jahr die Marke von 1,5 Milliarden Franken erstmals knacken. Damit würden die SBB ihre Position als Einkaufscenter-und Immobilien-Konzern mit Schienen weiter stärken.
Weichen stehen auf Wachstum
Eine Trendwende ist nicht in Sicht: Durch die konstante Zunahme der Pendlerströme, den zentralen Lagen und der Ausrichtung auf Convenience-Produkte sind bei den Railcitys die Weichen auf Wachstum gestellt.
Von den Gewitterwolken, die sich laut CS über dem Schweizer Detailhandel zusammenbrauen, werden die SBB deshalb kaum etwas mitbekommen. Bei ihr gilt: Die Party geht weiter.
