Goldminenaktien haben seit sechs Jahren einen Höllenritt hinter sich und sind derzeit so günstig wie seit fünfzig Jahren nicht mehr. Auf der Suche nach Aktien mit überproportionalen Gewinnchancen richtet sich der Blick der Anleger daher vermehrt auf Goldproduzenten. Eine aktuelle Studie der Credit Suisse hat sich dem Thema gewidmet.
Glänzende Zeiten stehen demnach dem kanadischen Goldproduzenten Yamana Gold bevor. Das Unternehmen habe die grössten Investitionskosten hinter sich, so die CS-Studie, und dies werde sich positiv auf die Margen auswirken. Davon werde auch der Aktienkurs profitieren. Die Analysten schätzen, dass die Yamana-Titel eine deutliche Performance von über 50 Prozent innert Jahresfrist hinlegen werden. Derzeit liegt der Kurs bei rund 15 US-Dollar.
Neben der Credit Suisse haben vier weitere Banken den Titel auf ihrer Kaufliste. Darunter befinden sich zum Beispiel die HSBC oder die Royal Bank of Canada.
Höhe der Förderkosten ist entscheidend
Eine Kurssteigerung von rund 20 Prozent prognostizieren die CS-Analysten für die Titel von Agnico-Eagle Mines. Der ebenfalls in Kanada domizilierte Goldproduzent fördert das Edelmetall in Kanada, Finnland, Mexiko und in den USA. Auch hier gilt: Die Investitionskosten für die Goldförderung sind weitgehend getätigt. Der Aktienkurs konnte sich vom Jahrestief von 31 US-Dollar lösen und notiert derzeit bei 45 Dollar.
Das Verhältnis zwischen Förderkosten und dem Goldpreis ist entscheidend für die Margen der Produzenten. Doch der Kostenaufwand für die Minenfirmen wird immer grösser. Laut Goldexperte Uwe Bergold liegen die durchschnittlichen Förderkosten bei 800 bis 900 Dollar (zum cash-Interview). Die einfachen Fundorte sind ausgebeutet. In der Folge müssen Explorationsfirmen in geologisch anspruchsvollen Gebieten nach Goldvorkommen graben. Zudem müssen sie die Suche vermehrt in politisch riskante Länder ausdehnen. Solche Faktoren treiben die Förderkosten hoch.
So blieb zum Beispiel bei Barrick Gold und Goldcorp nur wenig in der Kasse, obwohl der Goldpreis in den letzten Jahren förmlich explodierte. Seit Jahren bewegt sich der Unzenpreis nordwärts und gipfelte am 6. September des letzten Jahres auf dem Allzeithoch von 1920 Dollar. Derzeit beträgt der Kurs gut 1600 Dollar. Doch diese beiden Firmen stehen nun vor einer Wende.
Margen stehen vor Erholung
Nach Schätzungen der CS sollten sich die Margen der beiden Unternehmen in den kommenden 6 bis 12 Monaten erholen und dies werde sich in den Aktienkursen positiv niederschlagen. Die Titel des weltgrössten Goldproduzenten Barrick Gold haben Potenzial bis 46 Dollar. Aktuell notieren die Aktien auf einem Mehrjahrestief bei 27 Dollar. Für Goldcorp liegt ein Aufschlag von 9 Dollar drin.
Doch die Kurse könnten noch höher steigen. Denn die jüngste Verschärfung der Euro-Krise und die Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums lassen vermuten, dass die führenden Notenbanken die Geldschleusen noch weiter öffnen werden. Dies dürfte den Goldpreis neuen Schub verleihen und somit auch die Goldminenaktien in die Höhe ziehen. Die Preisprognosen für eine Unze Gold reichen von moderaten 1800 bis extremen 10'000 Dollar pro Unze.
Die Top-Goldminenaktien der Credit Suisse
|
Unternehmen |
Valor |
Aktienkurs (9.8.) in USD |
Kursziel in USD |
|
Yamana Gold |
1657932 |
15,31 |
23,00 |
|
Agnico-Eagle Mines |
676894 |
45,32 |
54,00 |
|
Barrick Gold |
337680 |
34,14 |
46 |
|
Goldcorp Inc. |
1150274 |
37,30 |
46 |
|
545937 |
11,34 |
17 |
|
|
2895664 |
24,81 (CAD) |
32 (CAD) |
Quelle: Credit Suisse, 7.8.12
