Es ist noch nicht lange her, da lagen zahlreiche Supertanker für den globalen Gütertransport ohne Einnahmen auf dem Trockenen. Ein Grossteil der Fracht- und Containerschiffe hat jetzt wieder Wasser unter dem Kiel und Fahrt aufgenommen.
Der Baltic Dry Index (BDI), Pulsmesser für die Frachtraten für Rohstoffe, hat seit dem Mehrjahrestief von Mitte Juli bis heute 47 Prozent zugelegt - ein Zeichen, dass sich der Welthandel belebt. Mit 2500 Punkten ist der Index allerdings noch weit vom Vorkrisenniveau (Mitte 2008) entfernt, als der BDI bis auf 12'000 Zähler explodierte.
Einstiegsmöglichkeiten tun sich wieder auf
«Momentan verdienen die Schiffe wieder deutlich mehr Geld als noch zu Jahresbeginn», zitiert «FTD» jüngst Nordcapital-Chef Reiner Seelheim. Nun müsse sich die Nachhaltigkeit der Charterraten beweisen, so der Geschäftsführer des Fondsanbieters im Bereich Transport und Energie.
Der BDI ist aber nicht einziger Gradmesser für die Entwicklung des Welthandels. «Alle wichtigen Schifffahrts-Indizes haben den Tiefstpunkt überwunden», sagt Kurt Schori vom Berner Vermögensverwalter Swiss Invest Group. Der Geschäftsführer überwacht die weltweiten Handelsaktivitäten wie ein Kapitän auf der Schiffsbrücke seine Navigationsgeräte.
Schori geht davon aus, dass der Bereich Transportlogistik überdurchschnittlich von der derzeit eintretenden Erholung profitieren wird. Anleger, die mit einer anziehenden Konjunktur rechnen, können mit einem Direktinvestment partizipieren: «Je nach Konzept darf mit einer Rendite von 6 bis 8 Prozent gerechnet werden.» Gerade mit Schiffsbeteiligungen könne nach der Krise wieder Geld verdient werden.
Geld verdienen mit Schiffsbeteiligungen - aber wie?
Dies habe zum einen mit der der Wirtschaftskrise und der Abschwächung des Euros zu tun, die dem Bereich offene Fonds zu aktuell interessanten Einstiegsmöglichkeiten verholfen hätten. Zum anderen seien viele aktuelle Beteiligungen solide konzipiert mit dem Versprechen längjährig guter Erträge.
Neben Investitionen in Einzeltitel, beispielsweise in die Schweizer Logistikkonzerne Kühne+Nagel und Panalpina, haben Anleger die Möglichkeit zu Direktbeteiligungen. Sie gelten als nur bedingt betroffen von Schwankungen der Aktienmärkte und Finanzkrisen.
Beteiligungen an Frachtschiffen erscheinen auf den ersten Blick kompliziert und mit viel Schreibkram verbunden. Gemäss deutschem Recht werden Anleger, die einen Anteil an einem Schiff erwerben, zum Kommanditist; alle Schiffseigner bilden eine Kommanditgesellschaft - mit Handelsregistereintrag. Für den Schweizer Vermögensverwalter M.M. Warburg ist dies ein Mitgrund, warum ihr Geschäft mit Schifffahrtsbeteiligungen praktisch tot sei.
Die Berner Swiss Invest Group verspricht Schweizer Anlegern dagegen, all diese Arbeiten abzunehmen. Im Bereich Schifffahrt bietet der Vermögensverwalter Anlagelösungen wie den FHH Fonds MS Antofagasa. Durch vertragliche Einkünfte über einen längeren Zeitraum sei das Marktrisiko begrenzt. Der Anleger ist mit einer Mindestbeteiligung ab 15'000 Euro dabei, muss sich aber für mindestens 3 Jahre binden.
Eine vereinfachte Produktlösung ist der weltweit erste offene Schifffonds, der im Jahr 2006 lanciert wurde. Der Fonds Transportschifffahrt von Swiss Invest Group vereinigt Direktbeteiligungen an Schiffen. Dank dieser Diversifizierung lassen sich Risiken minimieren. Eine Beteiligung ist mit einem geringen Investitionseinsatz (ab 5000 Franken) möglich. Für Schiffsbeteiligungs-Novizen und die Konjunktur betreffend unsichere Anleger dürfte sich ein solches Investment als sinnvoll erweisen. Noch muss sich die Nachhaltigkeit der Erholung der Frachtraten erst noch beweisen.

