Die Bonitätswächter senkten am Freitagabend die Kreditwürdigkeit von Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien. Der Ausblick für alle Länder ist negativ: Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Herabstufung in den kommenden zwei Jahren ist demnach hoch. Der Euro gab kurzzeitig seine Gewinne gegenüber der US-Währung ab und fiel auf 1,3178 Dollar - um gleich darauf wieder mit 1,3208 auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember zu klettern.

Die Herabstufung begründete die Agentur mit der Verwundbarkeit der Euro-Länder gegenüber monetären und finanziellen Schocks. Italien, das mit einer Expertenregierung unter Mario Monti gegen eine immense Staatsverschuldung kämpft, wurde um zwei Stufen auf A-minus von A-plus abgesenkt. Die Abstufung wäre noch schärfer ausgefallen, hätte sich die Regierung in Rom nicht derart klar zu einem Abbau des Defizits und Strukturreformen verpflichtet, erklärte Fitch.

Spanien bewertet Fitch nun mit A statt AA-minus. Zyperns neues Rating von BBB-minus liegt nur noch eine Stufe über dem Ramschstatus. Die Bewertung für Irland wurde nicht angetastet.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Mitte Januar neun Euro-Staaten herabgestuft und dabei unter anderem Frankreich die Bestbewertung Dreifach-A entzogen. Kurz darauf wurde zudem dem Euro-Rettungsschirm EFSF die Top-Bonitätsbewertung entzogen. Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen, wenn dies auch nicht zwangsläufig eintreten muss.

(Reuters)