“Die Kombination eines Mindestkurses mit einem dauerhaften Niedrigzinsumfeld könnte exzessive Kreditvergabe zur Folge haben und zum Aufbau von Ungleichgewichten auf den inländischen Immobilien- und Hypothekenmärkten beitragen”, schrieb das Financial Stability Board in einem am Mittwoch vorgelegten Bericht zur Schweiz.
Es sei “unabdingbar”, dass die Regulierungsbehörden “bei der Beobachtung der Trends wachsam bleiben”, schrieb das FSB. Der Euro-Mindestkurs zeige eine “kühne Haltung gegenüber einer Überbewertung” des Schweizer Franken.
Steigende Immobilienpreise
Getrieben von Zinssätzen nahe Null und von wachsender Nachfrage von Ausländern, die im Land Beschäftigung suchen, sind die Immobilienpreise in der Schweiz gestiegen. Eine Leitzinsanhebung könnte zwar eine Blase am Immobilienmarkt verhindern, würde aber auch den Wert des Franken weiter nach oben treiben und den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken gefährden, den die SNB im September einführte, um der Deflationsgefahr zu begegnen. SNB-Vizepräsident Thomas Jordan sagte im Dezember, die Geldpolitik sei derzeit nicht in der Lage, auf etwaige Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt zu reagieren.
Lobend äußerte sich das FSB über die harten Kapitalanforderungen, die die Schweizer Regulierer den beiden Großbanken UBS AG und Credit Suisse AG auferlegt haben. Dazu gehört etwa die Bestimmung, dass sie Kernkapitalreserven in Höhe von 10 Prozent ihrer risikogewichteten Vermögenswerte vorhalten müssen.
Die Schweizer Maßnahmen seien “in mancher Hinsicht ehrgeiziger” als die im vergangenen Jahr auf internationaler Ebene vereinbarten Vorgaben für systemisch wichtige Banken. Das FSB empfiehlt, dafür zu sorgen, dass die beiden Schweizer Großbanken in der Unternehmensführung “ein rigoroses Regelwerk” einführen.
Darüber hinaus solle die Schweiz überlegen, ob die staatlichen Garantien für die Verbindlichkeiten von Kantonalbanken nicht aufgehoben werden sollten.
Im FSB sind Marktregulierer, Notenbanker und Finanzministerien der G-20-Länder vertreten.
(Bloomberg)