"Die Gefahr ist recht hoch, dass die Weltwirtschaft ihren Schwung komplett verliert und sich rückläufig entwickelt" sagte Krugman am Freitag in der russischen Stadt Jaroslawl östlich von Moskau auf einem Wirtschaftsforum der russischen Regierung.

Im August hatte Krugman die Rezessionsgefahr auf ein Drittel beziffert. Er empfahl als Reaktion auf diese Bedrohung die Rücknahme fiskalpolitischer Straffungen und eine nochmals expansivere Geldpolitik der Zentralbanken.

Gerade jene Länder ohne gravierende Finanzprobleme, "und mindestens fünf der G-7-Staaten können sich problemlos refinanzieren", sagte Krugman. Diese sollten ihre Sparbemühungen aufschieben und die Zentralbank zu einer expansiven Politik bewegen.

Kaum Chancen für Obamas Konjunkturpaket

Krugman war vom russischen Präsidenten Dimitri Medwedew zu dessen Global Policy Forum nach Jaroslawl eingeladen worden. Er warnte vor der einseitigen Fixierung auf China als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Auch dessen schnell wachsende Wirtschaft könne den Einbruch nicht verhindern.

Krugman äußerte sich überdies pessimistisch zu den Aussichten des Euro-Mitglieds Italien. Das Ausfallrisiko und der Abschied aus der Eurozone dieses Landes sei "nicht zu vernachlässigen", sagte Krugman. Damit allerdings werde ein "katastrophaler" Zusammenbruch der Eurozone ausgelöst.

Die Chance auf Zustimmung des US-Kongress für den Konjunkturplan im Umfang von 447 Mrd. Dollar von Präsident Barack Obama nannte Krugman "praktisch Null". Damit, sagte er überdies, sei weiterhin in den USA mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu rechnen.

(Bloomberg)