Nestlé erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 5,1 Milliarden Franken. Erwartet worden war bei Analysten im Schnitt 4,94 Milliarden Franken. Im Vorjahreshalbjahr betrug der Gewinn 4,7 Milliarden Franken. Nestlé erzielte also eine Steigerung von 9 Prozent auf Jahresbasis.
Das organische Wachstum betrug im ersten Halbjahr 6,6 Prozent. Analysten hatten hier eine Zahl von 6,2 Prozent erwartet. Wie bei den Erstquartalszahlen vor drei Monaten liegt Nestlé mit dem Zahlenkranz über den Erwartungen der Börse.
Diese reagiert denn auch äusserst positiv: Die Aktien legen bis zu 2 Prozent zu und kratzen am Allzeithoch bei 61 Franken, das erst Anfang August aufgestellt wurde. Seit Anfang Jahr haben die Titel um über 11 Prozent hinzugewonnen.
Analysten von Zahlen begeistert
Die Halbjahreszahlen stiessen bei den Finanzanalysten auf Applaus. "Nestlé setzt die erfolgreiche Wachstumsstrategie fort", schreibt die Privatbank Notenstein. Das starke organische Wachstum dürfte einige Anleger überraschen. Beachtenswert sei, dass Nestlé in allen Weltregionen habe zulegen können. Der Analyst der Zürcher Kantonalbank geht davon aus, dass nun die Schätzungen für das Gesamtjahr nach oben revidiert werden müssen.
Auch Vontobel zeigt sich zufrieden mit dem Leistungsausweis. Die Semesterzahlen seien durchs Band über den Erwartungen ausgefallen. Wachstum in Südeuropa, starker Cash-flow, Ausblick bestätigt mit einer Margenverbesserung im zweiten Halbjahr - dies hebt Vontobel unter anderem als einige Pluspunkte hervor. Die Privatbank führt die Valoren mit einem Kursziel von 60 CHF und einer Empfehlung von 'Hold'.
Tatsächlich werden für den Nahrungsmittelkonzern die Märkte in den Schwellenländern angesichts der Schuldenkrise immer wichtiger. Im ersten Halbjahr wuchsen die Erlöse des Weltmarktführers in Märkten in Asien, Ozeanien und Afrika fast fünf Mal so schnell wie in den Industrieländern.
Nestle schnitt zudem im ersten Halbjahr besser ab als europäische Konkurrenten. Der französische Rivale Danone, der stark unter der Euro-Schuldenkrise leidet, steigerte seinen Halbjahresgewinn um 1,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Unilever schaffte im zweiten Quartal bei einem um knapp 5,8 Prozent erhöhten Umsatz eine Gewinnsteigerung um sechs Prozent.
Erfolgreiche Wachstumsstrategie
Die operative Ergebnismarge von Nestlé verminderte sich um 10 Basispunkte (BP) und erreichte 15 Prozent. Der EBIT selbst wird 6,3 Prozent höher bei 6,6 Milliarden Franken ausgewiesen. Analysten hatten hier ein leicht tieferes Resultat erwartet.
"Unsere Leistung in der ersten Jahreshälfte veranschaulicht die Bedeutung unserer strategischen Ausrichtung in der heutigen neuen Realität. Sie beweist zudem unsere rasche und disziplinierte Umsetzung derselben, indem wir die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit fällen", wird CEO Paul Bulcke in einer Mitteilung zitiert.
Die Zahlen stiessen bei den Finanzanalysten auf Applaus. "Nestlé setzt die erfolgreiche Wachstumsstrategie fort", schreibt die Privatbank Notenstein. Das starke organische Wachstum dürfte einige Anleger überraschen. Beachtenswert sei, dass Nestlé in allen Weltregionen habe zulegen können.
Rückenwind von Wechselkursen
Für das Gesamtjahr bekräftigt der Konzern den bisherigen Ausblick. Aufgrund der ergriffenen Massnahmen und Initiativen sowie dem voraussichtlich schwächeren Rohstoffkostendruck in der zweiten Jahreshälfte sei Nestlé in der Lage, den Ausblick für das Gesamtjahr zu bestätigen, so Nestlé. Das Management rechnet für das Gesamtjahr damit weiter mit einem organischen Wachstum zwischen 5 und 6 Prozent.
Rückenwind sollte Nestlé in der zweiten Jahreshälfte auch von den Wechselkursen erhalten. Laut Berechnung der ZKB wird der Konzern in der zweiten Jahreshälfte bei den aktuellen Wechselkursen von einem währungsbedingten Plus von 6,5 Prozent profitieren können.
(AWP/Reuters/cash)

