Hot Spots tauchen immer wieder im Schweizer Immobilienmarkt auf: Cash TV berichtete kürzlich über Küssnacht am Rigi, wo sich die Immobilienpreise in zehn Jahren um bis zu 70 Prozent erhöht haben. Ein entscheidende Grund: Die Verkehrsanbindung an die A4, womit sich die Fahrtzeit nach Zürich auf 35 Minuten reduzierte.
Ähnlich ist die Entwicklung im Knonauer Amt, wo 2008 der S-Bahnanschluss und 2009 der A4-Anschluss kam. «Der Ausbau von Verkehrsinfrastrukturen hat einen positiven Einfluss auf die Immobilienpreise in den betreffenden Regionen», bestätigt Reto Müller vom Informations- und Ausbildungszentrum für Immobilien (IAZI). Das Problem für Käufer ist, das frühzeitig zu erkennen.
15 Minuten bringen 20 Prozent höhere Preise
Preissteigernd wirkt die Verkürzung der Fahrzeit vom Wohnort in ein Wirtschaftszentrum. Die Zürcher Kantonalbank hat diesen Kapitalisierungseffekt ausgerechnet: Verkürzt sich die Fahrtzeit von einem Einfamilienhaus auf einem Standardgrundstück ins Zürcher Stadtzentrum von 34 auf 20 Minuten, gewinnt die Immobilie 20 Prozent an Wert, das Grundstück sogar 45 Prozent. Der Ausbau des S-Bahnnetzes und die plötzliche Nähe von Grund und Boden an einen Bahnhof hatte Preissteigerungen im zweistelligen Bereich zur Folge.
Einen Bauboom erlebt zurzeit das Luzerner Rontal. Demnächst wird sich die Fahrzeit aus dieser Region in Richtung Zug und Zürich deutlich verkürzen, dank eines neuen Autobahnanschlusses. Ein neue Zubringerstrasse soll noch entstehen. «Der Boom beim Wohnungsbau steht klar im direkten Zusammenhang,» sagt André Marti von der Wirtschaftsförderung Luzern.
Flucht in günstigere Zonen
Die Preise sind (noch) vergleichsweise tief: Nur einige Kilometer entfernt an der Grenze zum Kanton Zug wird für den Quadratmeter teils das doppelte bezahlt. «Drei Viertel der Zuzüger sind aus dem Raum Zürich oder Zug. Das ist eine Folge des Preisdrucks in diesen Regionen», so Marti.
Ein weiteres Beispiel ist die Region um Schaffhausen. Die Immobilienpreise sind im Vergleich zum Raum Zürich noch traumhaft tief. Und der Kanton ist daran, seine Erschliessung auf Schiene und Strasse zu verbessern: Ab 2012 fährt die S-Bahn in Richtung Zürich im Halbstundentakt, das Autobahnanschlussnetz wird in den kommenden Jahren verbessert.
Hinschauen, wo die Institutionellen bauen
Makler in der Region bemerken bereits das steigende Interesse von institutionellen Anlegern am regionalen Immobilienmarkt. «Der Markt antizipiert den Einfluss des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur meist schon in den frühen Phasen der Projektierung», sagt Müller vom IAZI.