Den Aktionären von Logitech dürfte die Ergebnisenttäuschung von Ende Juli noch immer in den Knochen stecken. Denn obschon das erste Quartal eines Geschäftsjahres beim Westschweizer Peripheriegerätehersteller nur von untergeordneter Bedeutung für das Gesamtjahr ist, weckte die Enttäuschung Zweifel am Turnaround.
Auch im Zusammenhang mit Produktneuheiten war es zuletzt eher ruhig um Logitech, was die Zweifel eher noch verstärkte. Darf man allerdings einer Rückmeldung von BNP Paribas von einer Road-Show mit den Firmenverantwortlichen Glauben schenken, dann holen die Westschweizer noch im Vorfeld des Weihnachtsgeschäft zu einer grossen Produktoffensive aus.
Insbesondere im Audiosegment, das gut einen Fünftel zum Jahresumsatz beiträgt, rechnet der Verfasser des Kommentars mit zahlreichen innovativen Produktneuheiten. Doch auch bei den PC-Peripheriegeräten werde Logitech anlässlich der anstehenden Einführung des Betriebssystems Windows 8 mit neuen Geräten aufwarten. Noch bleibe allerdings unklar, in welche Richtung sich die Präferenzen der Käuferschaft entwickeln werden.
Bei den Peripheriegeräten für Tablet-PC und Smartphones habe sich die ultradünne iPad-Tastatur zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Der Experte geht deshalb von einem weiteren Vertriebsausbau aus. Eventuell werde das Produkt in Zukunft sogar an den Verkaufsstandorten von Apple angeboten, was sich positiv im Weihnachtsgeschäft niederschlagen könnte.
Der für BNP Paribas tätige Experte machte sich hierzulande Ende April mit einer aggressiven Kaufempfehlung für die Aktien von Logitech einen Namen. Damals stufte er die Papiere von «Neutral» auf «Outperform» hoch und verdoppelte das Kursziel auf 14 (7) Franken. Nach der Ergebnisenttäuschung von Ende Juli nahm der Experte das Kursziel allerdings auf 13,70 Franken zurück.
Die Einführung innovativer und wettbewerbsfähiger neuer Produkte gehört bei Logitech quasi zur Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen operativen Turnaround. Mit dem heutigen Kurssprung erhalten die Westschweizer vom Markt erste Vorschusslorbeeren für eine sich abzeichnende grosse Produktoffensive im Vorfeld des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts. Lassen wir uns überraschen, ob und mit welchen Produktneuheiten Logitech in den kommenden Wochen und Monaten aufwarten kann.
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Die Reaktion des Marktes auf das von Nobel Biocare für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2012 veröffentlichte Ergebnis hat mich doch sehr überrascht. Obschon die Umsatzentwicklung hinter den Konsensschätzungen zurückblieb und der Hersteller von Premiumimplantaten die firmeneigenen Prognosen nach unten anpassen musste, lösten Deckungskäufe bei den Namenaktien ein kleineres Kursfeuerwerk aus.
Am Tag nach der Ergebnispräsentation macht sich am Markt allerdings so etwas wie Katerstimmung breit. Für Aufsehen sorgt einmal mehr die für die Deutsche Bank tätige Medizinaltechnikanalystin. Die Expertin streicht ihre Gewinnschätzungen für die Jahre 2013 bis 2015 um durchschnittlich 25 Prozent zusammen. Durch die Anpassungen fällt das Kursziel für die weiterhin zum Verkauf empfohlenen Papiere auf 6,70 (8,30) Franken zurück. Davon lässt sich vom aktuellen Kursniveau aus ein Abwärtspotenzial von mehr als 25 Prozent ableiten.
Die Analystin rechnet damit, dass Nobel Biocare in der zweiten Jahreshälfte einmal mehr schlechter als der Markt für Dentalimplantate abschneiden wird. Gleichzeitig sei mit einer weiteren Verschlechterung in den Absatzmärkten zu rechnen. Dazu komme ein schwächeres Umsatzmomentum sowie eine zunehmend schwierigere Vergleichsbasis aus dem Vorjahr.
Nobel Biocare würde zwar überdurchschnittlich stark von einer Belebung in den Absatzmärkten profitieren. Allerdings hat sich die Situation in Europa weiter verschlechtert und auch in Nordamerika zeichnet sich immer mehr eine Wachstumsverlangsamung ab. Ich sehe deshalb vorerst keinen Raum für eine nachhaltige Kurserholung.
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Gut im Markt liegen am frühen Donnerstagnachmittag die Namenaktie OC Oerlikon. Aus dem Berufshandel wird mir von institutionellem Kaufinteresse berichtet.
Die Verpflichtung von Martin Füllenbach als neuen Bereichsleiter für das Segment Vacuum weckt in Analystenkreisen Spekulationen. So schreibt der für die Bank Vontobel tätige Experte in seinem heutigen Kommentar, dass der neue Bereichsleiter über M&A-Erfahrungen verfüge. Bei der Zürcher Privatbank werden deshalb schon bald Anpassungen im Firmenportfolio in Richtung einer Stärkung des Segments Vacuum erwartet.
Nach dem erfolgreichen Turnaround könnten OC Oerlikon tatsächlich weitere Anpassungen im Firmenportfolio anstehen. Sollten den Firmenverantwortlichen diesbezüglich grössere Würfe gelingen, hätte dies mit ziemlicher Sicherheit positive Auswirkungen auf die Aktienkursentwicklung.

