Eine Konjunkturschwäche in China könne kurzfristig auch Industrierohstoffe erheblich verbilligen, sagte Faber, der Herausgeber des Börsenbriefs Gloom, Boom und Doom Report.

«Mit Sicherheit wird sich die Konjunktur in China in diesem Jahr deutlich verlangsamen», sagte er im Interview mit Bloomberg News. «Es besteht das Potenzial für einen Crash wegen der Überkapazitäten, die sich aufgebaut haben und wir wissen nicht, wie die Wirtschaft reagieren wird, wenn die Kreditvergabe nicht mehr so schnell zunimmt.»

Katastrophle Folgen für die Rohstoff-Preise

Komme es in China zu einem solchen Crash, sagte Faber weiter, so werde das sich katastrophal auf die Preise für Rohstoffe auswirken, die in der Industrie verarbeitet werden. Unter den Rohstoffen bevorzuge er Nahrungsmittel wie Weizen, Mais und Sojabohnen. Lediglich für Gold sehe er kein «gewaltiges Potenzial nach unten».

Faber merkte an, dass Getreide sich noch nicht verteuert habe. «Es kann dauern bis sie nennenswert zulegen, aber wenn man Zeit hat, sollte man auf Weizen, Mais, Sojabohnen setzen oder einen Bauernhof besitzen - auch das ist eine Methode, um an künftigen Preiserhöhungen von Nahrungsmitteln zu partizipieren.»

Nicht zuviel vom Euro erwarten

Der Euro könne gegenüber dem Dollar wieder zulegen, sagte Faber, denn die Gemeinschaftswährung sei derzeit wegen der Sorge um das griechische Defizit «überverkauft».
EU und EZB werden, vermutet Faber, wahrscheinlich ein Rettungspaket für Griechenland schnüren.

«Wenn Griechenland gerettet ist, ist das ein weiterer Beleg dafür, dass Papiergeld seine Kaufkraft einbüsst, denn durch immer grössere Rettungsaktionen und immer grössere Defizite wird es verwässert», sagte Faber. «Jetzt kann sich der Euro auf etwa 1,40 Dollar erholen, aber mehr sollte man nicht erwarten.»

(Bloomberg)