Der Dentalimplantatehersteller Nobel Biocare überrascht die Investoren einmal mehr negativ. Das Unternehmen senkt wegen der schlechten Entwicklung in Japan den Ausblick für das ganze Jahr. Die am Donnerstag herausgegebene Gewinnwarnung lässt die Aktie 8 Prozent in den Keller rasseln.

Klar: Die Branche steckt in einer tiefen Krise, die sich nicht bloss mit einer konjunkturellen Abschwächung erklären lässt. Auch Nobel-Konkurrent Straumann hat Mühe. Das Neun-Jahres-Tief, welches die Aktie in diesem Jahr erreichte, spricht Bände.

Bei Nobel Biocare deutet hingegen vieles auf hausgemachte Probleme hin. Im Unternehmen machen sich, wenn man internen Quellen glauben darf, seit Monaten Frust und Motivationslosigkeit breit. CEO Richard Laube, der von Nestlé Nutrition kam, gelingt es offenbar nicht, das Ruder rumzureissen. Seit seinem Amtsantritt im April 2011 ist die zuvor schon arg gebeutelte Aktie nochmals um mehr als die Hälfte geschrumpft.

Und da kommt auch die Sache mit der Kommunikation, welche bei Investoren Fragen aufkommen lässt: Anfang Juli gab Nobel-Finanzchef Dirk Kirsten seinen Rücktritt bekannt. Gemunkelt wurde schon damals, dass Kristen den Bettel hinschmiss, weil er beim Verwaltungsrat mit seinem Antrag auf Veröffentlichung einer Gewinnwarnung nicht durchkam.

Bei den Halbjahreszahlen Ende August war eine Gewinnwarnung dann kein Thema. Im Gegenteil: Für das Gesamtjahr 2012 wurde noch ein leichtes Umsatzwachstum und den EBIT auf Vorjahreshöhe erwartet. Nun also doch eine Gewinnwarnung.

Alles andere als überzeugend agiert auch der Verwaltungsrat. Dort war es im März zu einer Farce gekommen. Der als Präsident vorgesehene Michael Orsinger verzichtete kurzfristig auf dieses Amt. Schon im Juli 2011 trat der damalige VR-Präsident Heino von Prondzynski zurück - mit sofortiger Wirkung. Wiederholt war es im Nobel-Verwaltungsrat in den letzten Jahren zwischen den schwedischen und dem Schweizer Lager zu Spannungen gekommen.

Seit Frühjahr und nach dem Rückzieher von Orsinger agiert Multi-Verwaltungsrat und Rechtsanwalt Rolf Watter an der Spitze des Nobel-Biocare-VR. Man erhält nicht den Eindruck, dass es dies mit 100-prozentiger Überzeugung tut. Er fiel bislang durch eine Äusserung Ende März auf, als er einen Aktienkurs nannte, bei welchem der Zahnimplantatehersteller über einen Verkauf verhandeln würde. Von diesen 17 bis 20 Franken sind wir heute weit entfernt. Die Hoffnung auf eine Übernahme ist derzeit der einzige Grund, sollte man Nobel-Biocare-Aktien überhaupt kaufen wollen.

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Die Aktie des auf Private-Equity-Anlagen spezialisierten Vermögensverwalter Partners Group gehört zu den Top-Titeln 2012 im Schweizer Finanzsektor. Mit 196,30 Franken notiert das Papier nur knapp unter dem Allzeithoch vom September dieses Jahres. Seit Januar haben die Aktien des in Baar beheimateten Unternehmens 20 Prozent zugelegt. Von einer solchen Performance können Gross- und Privatbanken derzeit nur träumen. 

Geht es nach dem Analysten des Brokers Helvea, könnte dieser Aufwärtstrend noch einige Zeit anhalten. In seiner neuesten Notiz zur Aktie hebt er drei Punkte hervor: Der Private-Equity-Markt ist weiterhin ein Wachstumssegment, Partners Group ist in diesem hochfragmentierten Markt gut positioniert und es sind noch keine Anzeichen eines Margendrucks spürbar.

Aus diesem Grund erneuert der von mir geschätzte Analyst seine Kaufempfehlung und erhöht das Kursziel auf 209 Franken (197 Franken). Der einzige Wermutstropfen ist die gestiegene Bewertung – ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2012 von 19 ist nicht billig. Aber ich gehe mit dem Analysten einig, dass die Wachstumsmöglichkeiten in diesem Business für die nächsten Jahre gross genug sind, um diese Bewertung zu rechtfertigen. 

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Die seit Juni dauernde Sommerrally ist dem Analyst der Privatbank LGT nicht mehr ganz geheuer. In ihrem neuesten Strategiepapier empfiehlt er den Anlegern, in den kommenden Wochen etwas vorsichtiger zu agieren. Der Analyst stellt sich dabei auf kurzfristige Sentiments-Indikatoren ab wie das Put/Call-Ratio. Dieses sei nun auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen, was auf eine deutlich gestiegene Euphorie hindeute, wie in der Analyse nachzulesen ist. 

Der Analyst schliesst daraus, dass die Investoren derzeit einen sehr geringen Absicherungsbedarf verspüren. Das heisst, dass sie das Risiko einer Korrektur an den Aktienmärkten vorläufig für sehr gering einschätzen. Und genau hier sieht er die grössten Gefahren für die Anleger in den kommenden Wochen. Sollte eine deutlichere Korrekturbewegung anstehen, würden viele Anleger auf dem falschen Fuss erwischt.

Der LGT-Experte empfiehlt deshalb für die kommende Zeit eine etwas vorsichtigere Aktienstrategie, da er von wieder ausgeprägteren Kursschwankungen und Korrekturen ausgeht. Bereits reagiert hat der Arbeitgeber des Analysten. Die Privatbank hat erst kürzlich die Aktienquote zurückgefahren, wobei US-Aktien weiterhin bevorzugt werden.