Ein weiteres Konjunkturprogramm zur Schaffung von Arbeitsplätzen wie in den USA wird die Schweiz kaum brauchen. Dennoch fielen die Arbeitsmarktzahlen vom Dienstag nicht wie erwartet aus: Mit 3,6 Prozent stagnierte die Arbeitslosenrate erstmals, nachdem sie seit Anfang Jahr kontinuierlich zurückkrebste.

Der Raum für weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt wird immer enger: Für das Jahr 2011 rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenrate von 3,7 Prozent. «Gerade auf die Wintermonate hin wird die Zahl der Arbeitslosen saisonal bedingt wieder steigen, da beispielsweise die Baubranche im Winter weniger arbeitet», sagt Seco-Sprecherin Rita Baldegger.

Seco besorgt um starken Franken

Zusätzlich halten die schwächelnde Wirtschaft und der starke Franken einen schnellen Rückgang der Arbeitslosenzahl zurück; der reale exportgewichtete Wechselkurs des Frankens ist laut Seco auf den höchsten Stand seit Mitte der 90er Jahre gestiegen. «Die Währungsentwicklung der letzten Wochen und Monate bereitet uns schon gewisse Sorgen. Wenn es nun auch noch zur befürchteten Abkühlung der Weltkonjunktur kommt, werden wir 2011 wohl deutliche Bremsspuren im Export sehen», so das Seco.

Einzelne Firmen sind sogar bereits dabei, ursprüngliche Pläne von Verlagerungen aus dem Ausland in die Schweiz in die entgegengesetzte Richtung zu vollziehen und auch auf Produktionsseite vermehrt im EU-Raum Fuss zu fassen. «Ein langfristiger gradueller Aufwertungstrend ist problemlos verkraftbar, eine schockartige Aufwertung ist aber problematisch für die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen», sagt Baldegger.

Kein Wunder, wird auch die Kurzarbeit im aktuellen Umfeld nach wie vor rege genutzt. So zum Beispiel bei Burckhardt Compression: «Wir arbeiten immer noch kurz, und das wird noch eine Weile so bleiben», sagt CEO Valentin Vogt im Gespräch mit cash. Im Juni 2010 hatten 1'789 Betriebe Kurzarbeit eingeführt, rund 20mal mehr als noch im Juni 2008.

Erholung noch da, aber weiter weg

Dennoch: Die Erholung ist nach wie vor in Sicht, nur ist sie in etwas weitere Ferne gerückt. «Gerade die Kurzarbeit ist seit Anfang Jahr deutlich zurückgekommen. Aus den Voranmeldungen lesen wir heraus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird», sagt Baldegger.

Auch bei der Arbeitslosenrate wird im Seco für 2011 nach wie vor - wenn auch verlangsamt - mit einem Rückgang gerechnet. Daran werde auch die Frankenstärke vorerst nichts ändern.