CREDIT SUISSE: CS-Konzernchef Brady Dougan würde die Einführung einer Deklaration ausländischer Bankkunden, dass ihre Gelder versteuert sind, begrüssen. "Das müsste aber für den gesamten Finanzplatz gelten", sagte Dougan in einem Interview mit dem "SonntagsBlick" . Die Credit Suisse wolle nur versteuerte Gelder verwalten, versicherte der CS-Chef. Die CS konzentriere sich seit längerem auf die Verwaltung versteuerter Vermögen, sagte Dougan weiter. "Weiss der CS-Berater oder gibt es eindeutige Anzeichen dafür, dass ein Kunde unversteuertes Geld bring, hat er die Weisung, das Geld nicht anzunehmen." (SonntagsBlick, S. 22)
ZFS: Lebensversicherungen sind gemäss dem Konzernchef der Zurich Financial Services, Martin Senn, nicht dafür konzipiert, Steuergelder zu hinterziehen. Wo die Zürich sogenannte "Wrapper-Produkte" anbiete, tue sie dies im Einklang mit regulatorischen und gesetzlichen Vorschriften, betonte Senn in einem Interview mit der NZZ am Sonntag: "Beihilfe zu Steuerhinterziehung können wir uns nicht leisten." Im Steuerkonflikt der Schweizer Banken mit den USA wünschte sich Senn eine abschliessende Globallösung, die das Thema endlich "ad acta" lege. "Sonst besteht die Gefahr, dass wir plötzlich alle unter Gegenmassnahmen der USA leiden." (NZZaS S. 31)
NOBEL BIOCARE: Der Zahnimplantatehersteller Nobel Biocare setzt auf eine zentralisierte Verkaufsorganisation und will die Beziehungen zu den Kunden stärken. "Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen, aber es gibt noch einiges zu tun. Gewisse Märkte sind nach wie vor problematisch", sagte CEO Richard Laube in einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft". "Wir haben Reputationsprobleme in der Schweiz. Auch in Deutschland ist unser Image noch nicht so, wie es sein sollte", räumte Laube ein. Nordamerika habe sich gut entwickelt, seit man dort 2009 das Partnerschaftsprogramm für Kunden implementiert habe. (FuW, S. 5)
FLUGHAFEN ZÜRICH: Der CEO des Flughafen Zürich, Andreas Schmid, erachtet die Schweizer Verhandlungsführung im Fluglärm-Streit als "zu anständig". "Aus meiner Sicht müsste man das Thema Fluglärm mit anderen Dossiers verknüpfen, um Kompromisse erzielen zu können", sagte er in einem Interview mit dem "Sonntag". Er denke da an die Linienführung der deutschen Autobahn A98 über Schweizer Gebiet, den Ausbau der Bahnlinie für die Neat in Deutschland, die Elektrifizierung der Zuglinie Basel-Waldshut-Schaffhausen oder den Lärm deutscher Güterzüge auf der Schweizer Seite des Bodensees. Von den Deutschen erwartet Schmid Flexibilität bei den Sperrzeiten. Für das Jahr 2012 rechnet Schmid bei den Passagierzahlen nach dem Rekordjahr 2011 noch mit einem "moderaten Wachstum". (Sonntag, S. 22)
STEUERABKOMMEN SCHWEIZ-DEUTSCHLAND: Die SPD-Finanzminister dringen auf eine deutliche Nachbesserung des Steuerabkommens mit der Schweiz. Das wollen sie bei ihren Beratungen an diesem Mittwoch deutlich machen. Man werde keinem Abkommen zustimmen, mit dem die Schweiz die Ziele verfolge, Ermittlungen gegen Steuerhinterzieher zu behindern und die Strafverfolgung zu vereiteln, sagte der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Kriminelle dürfen nicht mehr belohnt werden."
STEUERSTREIT: Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse ist offen gegenüber der Forderung, dass ausländische Bankkunden künftig bestätigen müssen, ihr Geld versteuert zu haben. Verbandspräsident Gerold Bührer stellt aber Bedingungen für eine solche Selbstdeklarations-Pflicht. "Voraussetzung ist für mich, dass die Selbstdeklaration Einzug in internationale Regelwerke - etwa von der OECD - findet. Ich bin gegen einen Alleingang", sagte Bührer in einem Interview der "SonntagsZeitung". Es brauche zudem juristische Abklärungen, wie sich die Selbstdeklaration in der Praxis umsetzen lasse. (Sonntagszeitung, S. 51)
STEUERSTREIT II: Für den Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Patrick Odier, ist es "unverständlich", dass gewisse Schweizer Banken nach dem Fall UBS noch deren Kunden übernahmen. Diese Banken müssten dafür gerade stehen. Sollte sich die Anklageschrift gegen die Bank Wegelin bewahrheiten, so habe diese klar im Widerspruch zur Strategie des Finanzplatzes gehandelt, sagte Odier in Interviews mit der "Neuen Zürcher Zeitung" und "Le Temps" vom Samstag. "Institutionen, die sich falsch verhalten haben, müssen dafür auch die Verantwortung übernehmen", sagte Odier der "NZZ". Doch man dürfe nicht alle 300 Banken in den gleichen Topf werfen. (NZZ, S. 33)
STEUERSTREIT III: Alt-Bundesrat Blocher kritisiert die Strategie der Landesregierung im Steuerstreit mit den USA scharf. Mit den Bankdatenlieferungen habe der Bundesrat von Beginn weg seine Position geschwächt. Im "Wirtschaftskrieg" der USA gegen die Banken hätte die Schweiz den Spiess umdrehen müssen. Blocher wirft der Landesregierung vor, die US-Mentalität nicht zu verstehen. "Wenn die Amerikaner mit einer Forderung auftreten, erwarten sie, dass das Gegenüber Paroli bietet", sagte der frühere Justizminister in einem am Samstag in "Tages-Anzeiger" und "Bund" erschienenen Interview. Beim Steuerstreit sähen die USA das Nachgeben des Bundesrates als Schuldeingeständnis an. "US-Anwälte haben mich gefragt: Was ist los mit der Schweiz?" Früher seien Schweizer Verhandlungspartner hoch geschätzt gewesen - sie hätten zwar als "stur" - aber als erfolgreich gegolten. (TA, S. 3)
STEUERSTREIT IV: Der Steuerstreit schreckt laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" ausländische Firmen davor ab, sich in der Schweiz anzusiedeln. Gerade US-Firmen wollten wissen, wie es in der Auseinandersetzung weitergehe, wird die Geschäftsführerin der "Greater Zurich Area", Sonja Wollkopf Walt, zitiert. Gerade kleinere Firmen dürften wegen des Streits auch Mühe haben, ein Konto bei einer Schweizer Bank zu eröffnen. Den US-Firmen bereite aber auch die unklare Situation bei der Besteuerung von Holding-, Verwaltungs- und gemischten Gesellschaften Sorgen. (SonntagsZeitung, S. 53)
(Quelle: AWP)

