Der EuroStoxx 50 beendete den Tag knapp über seinem Tagestief mit minus 0,58 Prozent bei 2935,39 Punkten und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit Mitte Oktober 2014. Chinas Wirtschaft und der sinkende Ölpreis hätten die Anleger weiter verunsichert, weshalb das Ende der jüngsten Kurskorrektur durchaus noch nicht erreicht sein könnte, hiess es von Börsianern.

In Frankreich und Grossbritannien gaben die Indizes zum Wochenstart ebenfalls weiter nach. Der Pariser CAC-40-Index verlor 0,49 Prozent auf 4189,57 Punkte und der Londoner FTSE-100 büsste 0,42 Prozent auf 5779,92 Zähler ein.

Der Ölpreis, der in der vergangenen Woche für den weiteren Absturz im Eurostoxx 50 gesorgt hatte, setzte am Montag seinen Sinkflug fort und fiel unter 29 US-Dollar. Hintergrund sind die wie erwartet aufgehobenen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Teheran will nun in erster Linie den Ölexport ankurbeln, was die Preise für Rohöl auf neue Tiefstände seit 2003 drückte.

Da am frühen Dienstagmorgen wieder wichtige Konjunkturdaten aus China anstehen, dürften die Anleger auch aus diesem Grund vorsichtig und zurückhaltend geblieben sein, hiess es. Durchwachsene Daten aus der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft hatten zum Jahresstart nicht nur für einen grossen Crash an den heimischen Börsen geführt, sondern auch an den internationalen Aktienmärkten. Es herrschte teilweise Panik vor einem Flächenbrand.

Unter den 19 Branchen des Stoxx 600 war der europäische Bankensektor besonders schwach mit einem Abschlag von fast 2 Prozent. Es werde befürchtet, dass nach den teils enttäuschenden Quartalszahlen der grossen US-Geldinstitute die Finanzinstitute auch in Europa mit ihren Bilanzen enttäuschen werden, sagte Lawler. Zudem verwiesen Händler auf Sorgen über die Qualität der Vermögenswerte bei den italienischen Kreditinstituten Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) und Banca Popolare dell' Emilia Romagna (BPE). Während die BMPS-Aktien um rund 15 Prozent einbrachen, verloren BPE knapp 9 Prozent.

Im Eurostoxx waren die Anteilsscheine von Intesa SanPaolo und Unicredit besonders schwach mit um die 5 Prozent Minus. Aber auch die Papiere der Deutschen Bank , der Societe Generale , der BNP Paribas oder ING standen kaum besser da. In London büssten die Barclays-Aktien etwas mehr als 2 Prozent ein und die der HSBC Holdings etwas mehr als 1 Prozent.

Die Aktien von AB Inbev stiegen im EuroStoxx um knapp 1 Prozent und profitierten von Berichten über einen weiteren Interessenten für die Marken Peroni und Grolsch. Der Bierbrauer muss die Marken im Zuge der Übernahme von SAB Miller verkaufen.

Zudem ragten in Europa noch die Anteilsscheine von Casino in Frankreich heraus, die etwas mehr als 8 Prozent einbüssten, nachdem die Ratingagentur S&P erwägt, die Kreditwürdigkeit der Supermarktkette auf Ramsch abzustufen. Ericsson hingegen profitierten in Schweden laut Händlern von einer positiven Analystenstudie und gewannen knapp 3 Prozent./ck/stb

(AWP)