Der MDax sank im frühen Handel um 0,15 Prozent auf 19 187,90 Punkte, während sich der Technologiewerte-Index TecDax mit 0,32 Prozent auf 1674,19 Punkte im Plus hielt. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor zugleich rund 0,49 Prozent.

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen verschlechterte sich im Januar unerwartet deutlich: Das IFO-Geschäftsklima fiel auf den tiefsten Stand seit Februar 2015. Während sich die Geschäftslage nur leicht verschlechterte, trübten sich die Aussichten für das kommende halbe Jahr zugleich beträchtlich ein.

AUTOAKTIEN IM FOKUS

Unter den Einzelwerten zählten die Auto-Aktien zu den grössten Verlierern. Daimler waren Schlusslicht mit minus 1,78 Prozent. Volkswagen (VW) gaben um 0,84 Prozent nach und BMW verloren 0,66 Prozent. Der wieder stärkere Euro-Kurs dürfte eine Rolle spielen, denn für exportorientierte Unternehmen wirkt er negativ, da ihre Waren ausserhalb der Eurozone teurer werden.

Zudem bahnt sich beim Wolfsburger Autobauer VW ein neuer Streit zwischen Management und Betriebsrat über den Sparkurs an. Betriebsratschef Bernd Osterloh äusserte in einem Interview mit einem internen Mitarbeiterportal zum Teil scharfe Kritik am Vorgehen des Chefs der Konzern-Kernmarke VW, Herbert Diess. Darüber hinaus muss VW nun die Mammutaufgabe bewältigen, ab Ende Januar Dieselwagen mit manipulierter Software ein Programm-Update zu verpassen.

RÜCKRUFE IN DEN USA WEGEN AIRBAGS

Zudem gibt es weitere Rückrufaktionen in den USA für Fahrzeuge mit Airbags des japanischen Herstellers Takata. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA schickt nach US-Medienberichten 5 Millionen weitere Autos in die Werkstätten, darunter auch Modelle von Mercedes-Benz und der VW-Tochter Audi .

Aufatmen können die Aktionäre von Daimler dagegen, was die Frage nach möglichen Abgas-Manipulationen bei den Stuttgartern betrifft. Prüfungen des Kraftfahrt-Bundesamtes als Folge des VW-Abgasskandals ergaben keine auffälligen Werte, wie Daimler-Chef Dieter Zetsche der "Welt am Sonntag" sagte.

Im MDax standen Wincor Nixdorf im Fokus und stiegen um 2,74 Prozent. Nachdem der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller sein Auftaktquartal 2015/16 (bis Ende Dezember) hinter sich gebracht hat, hob er nun die Jahresprognose an für das operative Ergebnis an.

STUDIEN TREIBEN AN

Zudem wurden einige Papiere von Analystenstudien bewegt. So gewannen Deutsche Börse nach einem positiven Kommentar der Royal Bank of Canada (RBC) an der Dax-Spitze 2,20 Prozent.

Die Deutsche Bank äusserte sich positiv zum Autozulieferer ElringKlinger . Mit der Anfang Januar erfolgten Berufung von Thomas Jessulat zum neuen Finanzchef sei das Finanzressort zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder mit einem eigenen Posten im Vorstand vertreten, schrieb Analyst Christoph Laskawi. Jessulat, so erwartet er, könnte dabei helfen, dass die Aktionäre mehr von der starken Marktstellung ElringKlingers profitierten. Die Aktie legte daraufhin an der MDax-Spitze um 8,74 Prozent zu./ck/ag

(AWP)