Am Sonntagabend war eine Verhandlungsrunde zu einem neuen Sparpaket für das hoch verschuldete Griechenland ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht dem Land die Staatspleite. Die kommenden 24 Stunden seien recht kritisch, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid in einem aktuellen Kommentar. Die Verhandlungen um einen Schuldenschnitt mit privaten Investoren träten nun wegen der ausstehenden politischen Einigung für das zweite Hilfspaket in den Hintergrund. "Es ist eine anhaltende griechische Tragödie", kommentierte ein Stratege in New York. "Die europäischen Politiker haben uns mit ihrem Streben nach der besten Lösung in ihren Händen. Das ist eine Risikoquelle, die man schwer vorhersagen kann."

Die jüngsten Aussagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur chinesischen Wirtschaft trugen auch nicht gerade zur Beruhigung des Marktes bei. Der IWF hatte gewarnt, Chinas Wirtschaftswachstum könne sich halbieren, sollte sich die europäische Schuldenkrise verschlimmern.

Auf Unternehmensseite sorgte unter anderem der Airbus-Rivale Boeing für Gesprächsstoff. Der Konzern hatte mitgeteilt, bei der Produktion des hochmodernen Langstreckenfliegers sei etwas schiefgelaufen. Das Problem sei aber erkannt und die Reparatur mache Fortschritte, erklärte Boeing und betonte, die Flugzeuge seien nichtsdestotrotz sicher. Mit einem Kursabschlag von 1,28 Prozent auf 75,36 US-Dollar gehörten die Aktien zu den grössten Verlierern im Dow Jones Industrial. Grösster Gewinner waren hier die Papiere von Walt Walt Disney , die sich um 1,35 Prozent verteuerten.

Die Aktien des Chipherstellers Micron Technology gehörten zunächst im S&P zu den grössten Verlierern. Zuletzt konnten sie ihren Kursabschlag aber auf etwa ein Prozent eindämmen. Am Freitag waren die Papiere vom Handel ausgesetzt worden, nachdem das Unternehmen den Unfalltod des Vorstandschefs bekanntgegeben hatte. An diesem Montag hatte Micron mitgeteilt, dass Mark Durcan der neue Konzernleiter werde. Um deutliche 5,60 Prozent abwärts ging es für die Aktien des US-Krankenversicherer Humana . Das Unternehmen hatte im vierten Quartal zwar mehr verdient, die durchschnittlichen Analystenerwartungen aber verfehlt.

Zu den grössten Gewinner im S&P gehörten die Aktien der Modekette Abercrombie, die sich um annähernd sechs Prozent verteuerten und die Anteilsscheine von Sprint Nextel . Diese zogen um 3,02 Prozent auf 2,39 US-Dollar an. Der Autobauer General Motors (GM) rückte um ein halbes Prozent vor. Hier verwiesen Marktteilnehmer auf einen Bericht des "Wall Street Journals" zur Gewinnentwicklung 2011./rum/he

(Quelle: AWP)