Nun wird das Börsensentiment von den wieder nach unten zeigenden Ölpreisen entsprechend gedrückt. So hat der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Vortag insbesondere gegen Handelsende die Verluste noch deutlich ausgeweitet und nach Börsenschluss in Europa insgesamt mehr als ein halbes Prozent verloren, nachdem der Ölpreis um fast 7% eingebrochen und wieder unter die Marke von 30 USD gerutscht war. Gebremst wird die Entwicklung der Aktien in Europa indes auch von den schwachen Vorgaben aus China, wo insbesondere der chinesische Hang Seng ein markantes Minus von über 6% einfuhr.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 1,53% tiefer bei 8'126,66 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 1,76% auf 1'205,36 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,50% auf 8'387,43 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren zur Berichtszeit alle im Minus.

Die noch bis Ende März an der SIX kotierten Transocean (-4,6%) büssen derzeit am meisten an Terrain ein, was angesichts der neuerlichen Ölpreis-Baisse nicht überrascht. Stark unter Druck stehen auch Julius Bär (-3,3%), LafargeHolcim (-2,9%) oder UBS (-3,0%), ohne dass es hierzu konkrete Nachrichten gäbe. Die Aktien der Credit Suisse (-2,0%) halten sich im Vergleich zu UBS und Julius Bär etwas besser.

Von den Luxusgüter-Werten geben Richemont (-2,6%) mehr nach als Swatch (-1,3%). Die am Morgen publizierten Angaben zu den Uhrenexporten im Dezember fielen zwar schlecht, aber trotzdem mehr oder weniger wie erwartet aus, womit in Marktkreisen der Einfluss dieser Daten auf die Aktienkurse der beiden Firmen als neutral angesehen wird.

Actelion (-1,0%) sind im vorderen Drittel zu finden, nachdem das Pharmaunternehmen in Kanada für sein Medikament Uptravi eine Zulassung für die Langzeitbehandlung von idiopathischer pulmonaler arterieller Hypertonie (iPAH) erhalten hat. Die Zürcher Kantonalbank schätzt diese Neuigkeit als leicht kurspositiv ein.

Am besten halten sich die defensiven Novartis, Nestlé (je -0,9%) und Geberit (-0,5%) sowie Lonza (-0,8%). Geberit hatten schon am Vortag nach einer Aufstufung durch die Credit Suisse mit am meisten zugelegt und weisen derzeit als einzige Aktie im SLI noch eine positive Jahresperformance auf.

Nestlé erhalten dereil von einer Kurszielerhöhung und der Bestätigung der Empfehlung "Buy" durch Berenberg eine gewisse Unterstützung. Die verschiedenen Schwierigkeiten, denen der Nahrungsmittelkonzern ausgesetzt gewesen sei und welche ein enttäuschendes organisches Wachstum zu Folge gehabt hätten, seien nun weitgehend gelöst, hiess es bei dem Institut zur Begründung.

Im breiten Markt haben eine Reihe von Unternehmen Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr gemacht, auffällige Kursbewegungen resultieren daraus allerdings nicht. Nach Umsatzangaben zum Vorjahr fallen die Industrietitel SFS (-1,3%) und Tornos (-1,8%) mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarktes zurück, während Huber+Suhner unverändert notieren.

Jeweils nach dem vollständigen Jahresergebnis büssen Energiedienst (-0,2%) leicht ein, wogegen Titlisbahnen (+2,6%) zu den wenigen Gewinnern gehören. Ebenfalls nach Jahreszahlen notieren die Aktien der Zuger KB unverändert, diejenigen der BC Jura sind noch ungehandelt.

Keinen sichtbaren Support erhalten Crealogix (ungeh.) von der Ankündigung einer neuen Zusammenarbeit mit Hewlett Packard in Europa im Bereich Digital Banking.

cf/uh

(AWP)