Die Hoffnung auf weiteres billiges Geld hatte den Aktienmärkten zuvor wieder etwas auf die Beine geholfen, hiess es mit Blick auf jüngste Signale der EZB von vergangener Woche. Auch die kräftige Erholung bei den Rohölpreisen vor dem Wochenende untermauerte die Gegenbewegung an den Börsen. Im weiteren Tagesverlauf stehen keine wichtigen Konjunkturzahlen an, und auch von Unternehmensseite ist es zu Wochenbeginn eher ruhig. Der Volatilitätsindex ist jedoch nach wie vor auf hohem Niveau und am Montagmorgen noch weiter angezogen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,54% tiefer bei 8'226,61 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,55% auf 1'225,25 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,48% auf 8'485,06 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren zur Berichtszeit 20 im Minus, 7 im Plus und 3 unverändert.

Zu den grössten Verlierern gehören LafargeHolcim (-1,5%). Angesichts der Überkapazitäten des weltgrössten Zementkonzerns denkt LafargeHolcim-Chef Eric Olsen über die Schliessung von Werken nach, aber auch an den Verwaltungssitzen sollen an die 300 Stellen abgebaut werden. Die Produktionskapazität sei momentan weltweit nur zu zwei Dritteln ausgelastet, was nicht akzeptabel sei, sagte er der "Sonntagszeitung".

Angestrebt werde eine Auslastung von über 80%. Am grössten seien die Überkapazitäten in China, Indonesien, Brasilien und Griechenland. Am Freitag waren LafargeHolcim mit anderen konjunktursensitiven Aktien allerdings am stärksten gesucht und legten gar 6% zu.

Deutlich schwächer tendieren im frühen Handel auch die Bankentitel CS (-1,5%), UBS (-1,1%) und Julius Bär (-1,0%). Die bislang durchwachsene Berichtssaison der Banken weltweit lastet auf dem Sentiment innerhalb der Branche. Die Schweizer Grossbanken legen in der kommenden Woche Zahlen zum vierten Quartal 2015 vor.

Auch Zurich (-1,0%) verbuchen deutliche Verluste, nachdem Exane BNP Paribas das Rating auf Neutral von Outperform gesenkt hat. Derzeit seien viele Fragen offen und auch die Bewertung der Aktie biete nicht genügend Sicherheit, lautet der Kommentar. Die Sonderdividende sei nun genauso wie Aktienrückkäufe vorerst vom Tisch, und auch die normale Dividende von 17 CHF könnte gekürzt werden.

Andere Versicherungstitel wie Swiss Re und Swiss Life (je +0,4%) legen dagegen etwas zu.

Transocean (-0,9%) büssen in der ersten halben Handelsstunde klar ein, nachdem die Titel des Ölbohrdienstleisters kurz nach Eröffnung noch am kräftigsten zulegten unter den Blue Chips. Die Experten sehen keine Trendwende am Ölmarkt, denn: Nach wie vor deuteten die Nachrichten auf ein steigendes Angebot an Rohöl hin, heisst es.

Geberit (+0,6%) sind dagegen die grössten Gewinner unter den SMI/SLI-Titeln, nachdem die Credit Suisse das Anlagerating für die Aktien des Sanitärtechnik-Unternehmens auf Outperform von Neutral erhöht hat. Der zuständige Analyst erwartet Synergien aus der Sanitec-Übernahme. Ausserdem würden sich die tiefen Rohmaterialpreise positiv auf die Margen auswirken, und starke Cashflows liessen Raum für einen Abbau der Schulden sowie weitere Aktienrückkaufprogramme.

Zu den Gewinnern gehören unter anderem noch Galenica (+0,4%), Givaudan (+0,4%) und Actelion (+0,3%).

Swisscom halten sich stabil, nachdem eine wichtige Personalie innerhalb der Telekom-Branche bekanntgegeben wurde. Salt hat den Mobilezone-VR Andreas Schönenberger zum neuen CEO ernannt und kann damit die vakante Position besetzen. Vontobel sieht keinen Einfluss auf den Aktienkurs der Swisscom, wie aus einem Kommentar hervorgeht. Mit Blick auf Sunrise (+1,5%) sei damit ein Merger kurzfristig nicht wahrscheinlich, da Salt zuerst reorganisiert werden dürfte, so der zuständige Analyst. Mobilezone halten sich auf dem Niveau vom Freitagsschluss.

Am breiten Markt büssen Valartis (-4,3%) kräftig ein, nachdem die SIX eine Fristverlängerung für den Geschäftsbericht 2015 gewährt hat. Flughafen Zürich (-0,6%) verlieren ebenfalls etwas, nachdem der ehemalige Swiss-Chef Harry Hohmeister den Betrieb in Kloten in einem Zeitungsinterview scharf kritisierte.

ys/cf

(AWP)