Denn die US-Notenbank hatte am Vorabend insbesondere mit Blick auf die schwächelnde Weltwirtschaft das Tempo aus der Zinswende genommen. Am Markt wird nun davon ausgegangen, dass die Währungshüter ihre Geldpolitik in diesem Jahr langsamer straffen als bisher beabsichtigt. In der Folge verdarb auch der nachgebende US-Dollar den Investoren die Kauflust, sagten Händler. Der (Null-)Entscheid der SNB hatte derweil kaum Einfluss auf die Gemütslage der Börsianer, belasten wurden die hiesigen Indizes aber von schwachen Pharmaaktien.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Donnerstag 0,69% tiefer auf 7'681,79 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsste 0,17% auf 1'212,99 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,53% auf 8'348,21 Zähler ein. Bei den 30 SMI/SLI-Titeln standen 14 Gewinner 16 Verlierern gegenüber.

Die als "krisenfest" geltenden Pharmaschwergewichte zeigten grosse Abgaben. So büssten Roche 2,5% und Novartis 1,5% ein und waren damit für einen grossen Teil der SMI-Verluste verantwortlich. Die Aktien des Nahrungsmittelmultis Nestlé schlossen 0,4% tiefer.

Die Bankaktien standen einmal mehr im Fokus und büssten lange überdurchschnittlich an Wert ein, wie bereits am Mittwoch. Die instabilen Finanzmärkte weckten Sorgen über die Gewinnentwicklung der Finanzinstitute, hiess es im Handel. Während die Aktien der Credit Suisse am Ende 0,4% tiefer schlossen, gelang jenen der UBS (+1,1%) nach dem Mittag ein Vorzeichenwechsel. Julius Bär büssten derweil 0,2% ein.

News gab es vom Zementkonzern LafargeHolcim in Form der Jahreszahlen. Das aus der Fusion von Holcim und Lafarge hervorgegangene Unternehmen ist tief in die roten Zahlen gerutscht: Abschreiber und andere Kosten brockten einen Milliardenverlust ein, trotzdem zogen die Papiere bis zum Ende um 1,9% an. Weil der Aktienkurs von LafargeHolcim seit Anfang Jahr fast nur eine Richtung kannte - und zwar nach unten - hätten sich jetzt wieder einige Investoren aus der Deckung gewagt, hiess es im Handel.

Die Schweizer Börse fand am Berichtstag nie eine klare Richtung. So verbuchten verschiedene zyklische Werte wie ABB (+1,8%), Sika (+1,6%) und Adecco (+0,6%) Gewinne, während andere konjunktursensitive Valoren wie Clariant (-1,6%), Geberit (-0,8%) und SGS (-0,6%) auf der Verliererseite zu finden waren. Die Evonik verhandelt einem Pressebericht zufolge über eine Milliardenübernahme in den USA. Damit würde Clariant aus dem Visier der Deutschen verschwinden, sagten Beobachter.

Für Richemont (-0,3%) gab es keine Impulse vom Uhrensalon "Baselword", während Swatch immerhin um 0,6% zulegten. Auch bei Galenica (+0,8%) und Aryzta (+3,4%) griffen die Investoren nach den jüngsten Verlusten wieder zu. Letztere haben damit die zu Wochenbeginn eingeleitete Talfahrt gestoppt; seit Vorlage der von Zahlen am Montag war ein Minus von rund 30% aufgelaufen.

Die Titel des Offshore-Erdölbohrers Transocean zogen um 3,2% an, unterstützt von steigenden Ölpreisen. Am Freitag werden die Transocean letztmals im SMI-Index gehandelt; Ende März verschwinden sie ganz von der Schweizer Börse.

Im breiten Markt fielen Newron mit relativ hohen Volumen und einem Kurssprung um 13% auf. Schub gab hier die Nachricht, dass Entwicklungspartner Zambon in den USA eine strategische Zusammenarbeit zur Vermarktung des wichtigen Medikaments Safinamide eingegangen ist.

Comet fielen nach der Vorlage des Jahresergebnisses um 5,0% zurück. Hier dürfte die gesenkte Guidance Verkäufe ausgelöst haben. Nach Zahlen schwach notierten zudem BKW (-0,5%) und Lifewatch (-1,9%), während Looser (+4,2%) zu gefallen wussten.

Tecan büssten 4,9% ein und schwanken damit wieder auf den Kurs nach unten ein, den sie am Dienstag nach der Bilanzveröffentlichung eingeschlagen hatten. Auch Alpiq (-4,3%) setzten ihre Talfahrt fort.

ra/rw

(AWP)