Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen eher früher als später ein weiteres Mal erhöht, ist damit aber wieder etwas gestiegen. Dennoch zeigte sich das Börsensentiment sowohl am Berichtstag als auch über die Woche gesehen grundsätzlich wieder etwas freundlicher. So schloss der SMI die dritte aufeinanderfolgende Woche mit einer positiven Entwicklung ab, auch wenn das Vorwochenplus nur sehr knapp ausgefallen war. Insgesamt haben sich die Börsenturbulenzen in den vergangenen Wochen verglichen mit dem schwarzen Jahresstart deutlich gelegt.

Der Swiss Market Index (SMI) legte 0,40% auf 7'982,57 Punkte zu. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 1,3%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, festigte sich um 0,68% auf 1'229,74 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,52% auf 8'443,82 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen 25 im Plus, 4 im Plus und ABB unverändert.

Transocean (+20%) erwiesen sich einmal mehr als Wundertüte und sprangen ähnlich wie am vergangenen Freitag gegen Handelsende massiv in die Höhe, nachdem das Papier allerdings schon davor deutlich an der Spitze der Blue Chips gelegen hatte. Transocean hatten schon in der Vorwoche im Zusammenhang mit den Jahreszahlen mit Abstand am meisten zugelegt. Vor allem aber profitierten die Aktien des Ölbohr-Serviceunternehmens von der Erholung der Ölpreise. Vom Höchststand bei 19,50 CHF aus dem Vorjahr sind Transocean noch immer weit entfernt, die zu Beginn des Jahres eingefahrenen Verluste sind mittlerweile praktisch wettgemacht.

Transocean werden ab April nur noch in den USA gehandelt, den frei werdenden Platz im SMI werden Swiss Life (+%) einnehmen. Die Aktien des Lebensversicherers blicken nach dem guten Zahlenausweis vom Dienstag ebenfalls auf eine gute Börsenwoche zurück.

Auf den Plätzen zwei bis fünf waren Julius Bär (+2,0%), Sonova (+1,8%) Adecco (+1,7%) und Clariant (+1,5%) zu finden, allesamt ohne konkrete Nachrichten.

Auch Zurich (+1,4%) waren gesucht. Der Versicherer hat in Australien das Lebengeschäft der Macquarie Group übernommen und verspricht sich dadurch mehr Wachstum im Geschäft vor Ort.

Schindler (+0,8%) erhielten von einer Ersteinstufung "Overweight" durch Morgan Stanley etwas Rückenwind. Die jüngste Auftragsdynamik könne möglicherweise gehalten werden, heisst es zur Begründung der positiven Einstellung bei dem Institut. Ähnlich stark hielten sich Nestlé (+1,0%), welche damit zu einem guten Teil für den positiven Abschluss des Gesamtmarktes verantwortlich waren.

Auf der Verliererseite fielen vor allem die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,5%) und Roche (-0,3%) auf. Daneben gaben einzig noch Givaudan (-0,3%) und Swiss Re (-0,2%) etwas nach.

Im breiten Markt haben einige Unternehmen aus der zweiten Reihe Geschäftszahlen publiziert: Dätwyler (+3,0%), SFS (+0,7%) oder Starrag (+6,8%) legten allesamt zu. Bei Dätwyler zeigten sich die Analysten vor allem von der Entwicklung in der Division Sealing Solutions angetan, für Gesprächsstoff sorgte aber auch die frühzeitige Ankündigung des Wechsels an der operativen Spitze.

Dottikon kletterten nach einer positiven Gewinnwarnung für das im März auslaufende Geschäftsjahr um 7,5% in die Höhe.

Auf der Gegenseite brachen Progressnow um 54% ein, nachdem die Beteiligungsgesellschaft ihre Bilanz deponieren musste. Zehnder (-0,9%) und Swissquote (-1,7%) fielen nach Zahlen moderat zurück.

cf/ys

(AWP)