So konnten sich die grossen Förderländer Saudi-Arabien, Russland und Venezuela bei einem Treffen nicht auf tiefere Fördermengen einigen. Manche Marktteilnehmer hatten auf solche Kürzungen und damit auf steigende Rohölpreise gehofft. Der tiefe Ölpreis weckt bei den Investoren unter anderem Ängste vor Firmenpleiten im grossen Stil und letztlich sogar vor einer Instabilität im Finanzsektor. Die neusten Konjunkturdaten aus den USA gaben dem Handel keine nachhaltigen Impulse, auch wenn sie leicht unter den Erwartungen ausfielen.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor bis Handelsende 0,44% auf 7'813,79 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab um 0,35% auf 1'170,12 nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39% auf 8'112,22 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen 19 im Minus, 10 im Plus sowie Sonova unverändert. Der Schweizer Volatilitätsindex (VSMI), der über die Verunsicherung der Investoren Auskunft gibt, verharrte auf hohem Niveau.

Die deutlichsten Verluste unter den Blue Chips wiesen am Schluss fast schon naturgemäss jene von Transocean (-3,8%) aus. Wegen der neuen Unsicherheit rund um den Ölpreis trennten sich weitere Investoren von den Papieren des Ölbohrservice-Unternehmens.

Dahinter schlossen LafargeHolcim (-2,0%) deutlich im Minus. Die Valoren des Zementkonzerns zählen mit einem Minus von gegen 30% zu den am schlechtesten rentierenden SMI/SLI-Werten im laufenden Jahr. Keine Unterstützung boten am Berichtstag die Neuigkeiten des Konkurrenten Heidelbergcement, der die hohen Erwartungen der Experten nur zum Teil erfüllte.

Starke Verluste erlitten zudem die ebenfalls schon seit Jahresbeginn unter Druck stehenden Bankenaktien von CS (-1,4%) und UBS (-0,9%). Zusätzlich zur allgemeinen Unsicherheit rund um den Ölpreis lastete eine Branchenstudie der US-Investmentbank JPMorgan auf den Titeln. Die Experten hatten die Anteilscheine der CS abgestuft und für die UBS das Kursziel gesenkt. Bei den europäischen Investmentbanken bestehe zwar derzeit keine Liquiditätskrise, allerdings sei in einem umkämpften Marktumfeld mit tieferen Gewinnen zu rechnen, hiess es im Kommentar dazu.

Mit einem deutlich Minus gingen auch Zurich (-1,0%) aus dem Handel. Nach der Zahlenpräsentation der Vorwoche lagen weitere Analystenkommentare vor, in denen unter anderem ein Fragezeichen zur (hohen) Bewertung gesetzt wurde.

Mitverantwortlich für das Minus des Gesamtmarkts waren zudem die schwergewichtigen Papiere von Nestlé (-0,8%) und Roche (-0,7%), wohingegen sich Novartis (+0,1%) gut hielten. Beim Nahrungsmittelhersteller reagierten Investoren verschnupft auf eine negative Studie von Jefferies. Darin hatten die Analysten gefordert, dass sich der Konzern besser an die neuen Marktanforderungen anpassen müsse. Nestlé wird am Donnerstag die Jahreszahlen vorlegen.

Die Gewinnerliste wurde bei Handelsende von Swatch (+1,5%) und Sika sowie Clariant (je +1,1%) angeführt, ohne dass es zu diesen Titeln Neuigkeiten gab. Der Chemiekonzern Clariant wird am (morgigen) Mittwoch die Jahresergebnisse publizieren.

Am breiten Markt zogen die Valoren von Comet (+2,8%) nach Geschäftszahlen an. Die Aktien des Airline-Caterer Gategroup (+0,1%) reagierten hingegen nicht gross auf den Ausbruch eines neuerlichen Machtkampfs zwischen dem Verwaltungsrat und zwei Hedgefunds. Bei Charles Vögele (unv.) wirkten sich die bekannt gewordenen Veränderungen im Aktionariat ebenfalls nicht gross auf den Kurs aus.

Auffällige Gewinne verzeichneten im breiten Segment Gurit (+8,3%), auffällige Verluste Vetropack (-8,3%).

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(AWP)