Insgesamt hat sich die Stimmungslage unter den Investoren nach den teils überraschenden Massnahmen der EZB nicht gross verändert. Allein schon die Tatsache, dass die stimulierende Wirkung der von der EZB am Donnerstag verkündeten massiven Massnahmen an den Aktienmärkten im Nu wieder verpuffte, mahnt zur Vorsicht. Schon seit längerer Zeit warnen viele Marktakteure von der nachlassenden Wirkung geldpolitischer Massnahmen und deren kürzer werdenden Halbwertszeit. Die Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi, dass keine weitere Zinssenkungen zu erwarten seien, bekräftigten nun den Eindruck, dass das Pulver der EZB möglicherweise bereits verschossen ist.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,33% höher bei 7'998,43 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein knappes Plus von 0,2%, immerhin das vierte in Folge. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legte 1,69% auf 1'234,62 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,37% auf 8'468,81 Punkte. Bis auf Swatch schlossen alle 30 SMI/SLI-Titeln schlossen im Plus.

Auffallend stark waren vor allem die Avancen der Finanzwerte, von denen CS (+5,4%) als Tagessieger aus dem Rennen gingen, gefolgt von UBS (+3,3%) mit etwas Abstand. Die beiden Aktien haben damit die frühen Avancen im Tagesverlauf ausgeweitet und sich damit gut von den Verlusten des Vortages erholt. Kurszielsenkungen der Deutschen Bank für die beiden Titel änderten daran nichts. Der zuständige Analyst kritisierte bei der CS die noch immer starke Abhängigkeit von den Anleihenmärkten und der Region Asien Pazifik. Auch die UBS habe an denselben Fronten mit Gegenwind zu kämpfen, so die Studie. Für deren Aktien spreche aber die attraktive Dividendenrendite, während bei der CS mit weiteren Restrukturierungen zu rechnen sei.

Ebenfalls gesucht waren Swiss Re (+2,2%), Julius Bär (+3,0%), Zurich (+3,1%), Bâloise (+2,8%) und Swiss Life (+3,1%). Letztere profitierten erneut von der Aufnahme in den SMI per Ende März, wo sie Transocean ersetzen. Diese erhielten am Berichtstag mit einem Plus von 4,5% Auftrieb von den wieder etwas gestiegenen Ölnotierungen.

Gut abgeschnitten haben auch LafargeHolcim und Geberit (je +2,9%). Der Sanitärtechnikkonzern Geberit wird am kommenden Dienstag das Jahresergebnis präsentieren. Bereits am Montag wird dies Aryzta tun, die Aktie lag mit einem Plus von 0,8% allerdings in der erweiterten Schlussgruppe unter den Bluechips.

Die Schwergewichte Roche (+0,6%) und Novartis (+1,0%) fanden sich ebenfalls im hinteren Mittelfeld und auch Nestlé (+0,8%) hielten mit dem Gesamtmarkt nicht ganz mit. Die Meldung über einen Rückruf einer limitierte Zahl an Pizza- und Pastaprodukten in den USA und in Kanada warf indes keine hohen Wellen.

Einzige Verlierer im SMI waren Swatch (-3,1%). Am Vortag an der Bilanzmedienkonferenz hatte sich Swatch-CEO Nick Hayek zu den Aussichten einmal mehr optimistisch geäussert. Die US-Bank Bernstein zeigt sich demgegenüber etwas kritischer und befürchtet, dass die Wachstumserwartungen für 2016 zu optimistisch sind.

Am breiten Markt berichteten diverse Unternehmen über das Jahr 2015. Starken Auftrieb erhielten danach Flughafen Zürich (+7,5%). Die Flughabenbetreiberin habe starke Zahlen geliefert, bezahle eine hohe Dividende und zeige sich auch im Ausblick zuversichtlich, hiess es in Analystenkreisen. Vor allem aber die Sonderdividenden über die nächsten Jahre dürften die Anleger erfreut haben.

Ebenfalls jeweils nach Zahlen zogen Mobilezone (+1,8%), Bachem (+1,8%), CFT (+2,8%) und etwas moderater Zug Estates (+0,3%) an. Implenia (+1,6%) waren zudem nach mehreren neuen Aufträgen gesucht, während Sulzer (+0,4%) von der Ankündigung der Schliessung der Produktion in Oberwinterthur kaum Support erhielten.

cf/tp

(AWP)