"Die Stabilisierung des Vortags scheint sich eher als eine Pause herauszustellen", meinte ein Analyst. Nach den am Dienstag noch positiv aufgenommen chinesischen Wirtschaftsdaten schienen zudem weitere Angaben aus China auf ein sehr schwaches erstes Quartal 2016 hinzudeuten. Am Schweizer Markt hat die Berichtssaison mit dem Jahresabschluss von SGS als erstem "Blue Chip" nun ebenfalls Fahrt aufgenommen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht gegen 08.25 Uhr 1,90% tiefer bei 8'067,96 Punkten.

Die Titel des Warenprüfkonzerns SGS werden nach Jahreszahlen 2015 2,0% tiefer gestellt. SGS hat im vergangenen Jahr einen tieferen Umsatz hinnehmen müssen, konnte allerdings die Margen stabil halten. In Analystenkreisen wird die Umsatzentwicklung als durchzogen beurteilt. Der Reingewinn übertreffe derweil nur dank einem etwas tiefer als geschätzten Steuersatz die Konsensprognosen.

Sehr schwach präsentieren sich vorbörslich die Zurich-Titel (-5,0%). Der Versicherungskonzern hatte vorbörslich für das Schadensversicherungsgeschäft einen betrieblichen Verlust im vierten Quartal von rund 100 Mio USD vermeldet. Zudem erwartet der Konzern im vierten Quartal Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit den Sparmassnahmen in Höhe von 475 Mio USD und Wertberichtigungen im Goodwill für das Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland von 230 Mio USD.

Die schwergewichtigen Pharmatitel Novartis (-1,9%) und Roche (-1,5%) geben etwa im Marktschnitt nach, ebenso die Titel des Börsenschwergewichts Nestlé (-1,5%). Novartis hat in der Nacht auf Mittwoch in den USA für sein Medikament Ofatumumab eine Indikationserweiterung für die Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) vermeldet.

Die am Vortag noch festen Titel des Vermögensverwalters Julius Bär sinken ebenfalls (-2,6%). Die Analysten von Goldman Sachs haben die Bär-Titel auf "Neutral" von "Buy" heruntergestuft und streichen sie von ihrer 'Conviction Buy List'. Zwar sei Julius Bär der Konkurrenz nicht zuletzt beim Volumenwachstum und bei der Generierung von Überschuss-Kapital voraus. Die aktuell unsichere Marktlage sowie die gesteigerte Volatilität dürfte aber zu einem langsameren Gewinnwachstum, so der Analyst.

Auch die Grossbankentitel dürften schwach in den Handel starten: Vorbörslich geben UBS 2,6% und CS 2,4% nach. Zudem werden typische zyklische Werte wie ABB (-2,6%), Adecco (-2,7%) oder Transocean (-4,0%) im vorbörslichen Handel deutlich tiefer gestellt.

Am breiten Markt zeigt die Titel von Barry Callebaut (-0,1%) verhältnismässig geringe Abschläge. Der Schokoladenproduzent hat Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt und dabei klare Volumensteigerungen in einem insgesamt rückläufigen globalen Markt vermeldet. Das Industrieunternehmen Looser (kein Kurs) hat derweil für das Geschäftsjahr 2015 einen Umsatzrückgang um gut 10% vermeldet, was allerdings in etwa der vorgängig abgegebenen Prognose entspricht.

Auch die Titel des Vermögensverwalters EFG International (vorbörslich kein Kurs) werden unter Beobachtung stehen. Die Aktien hatten am Vorabend kurz vor Börsenschluss noch ins Minus gedreht. Grund war ein Bericht der "Financial Times", wonach EFG International über einen Kauf der Tessiner Privatbank BSI verhandelt.

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(AWP)