Vermögensverwalter haben ihre kombinierte Netto-Baisse-Position bei 18 Rohstoffen auf den bisher höchsten Wert ausgeweitet, womit sich die negativen Wetten in nur zwei Wochen verdoppelt haben. Eine Ertrags-Messgrösse für Rohstoffe ist in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Wert seit 25 Jahren gesunken. Metalle, Agrarrohstoffe und Energie-Terminkontrakte brachen angesichts von Angebotsschwemmen und eines flauen Ausblicks für die Weltwirtschaft ein.

Die Marktturbulenzen in China, dem grössten Rohstoffkäufer, verstärken die Besorgnis zum Konsum. Ein stärkerer Dollar zehrt auch an der Attraktivität von Rohstoffen als Alternativanlagen. Zwar prognostiziert Goldman Sachs Group Inc., dass der längere Preiseinbruch zu mehr Angebotskürzungen führen wird, aber die Bank erwartet keine unmittelbare Erholung der Preise.

"Es herrscht Angst am Markt"

“Es herrscht Angst am Markt", berichtet Lara Magnusen, Portfolio-Managerin bei Altegris Investments Inc. Die Leute sind “sehr besorgt wegen des schwächeren Wirtschaftswachstums, wegen dem, was in China passiert sowie wegen des Ansteckungseffektes", erläutert sie.

Angesichts eines starken US-Dollars und weiteren Zinssenkungsüberlegungen der Federal Reserve “gibt es derzeit nicht sehr viele Möglichkeiten für Investments", sagte sie. "Leerverkäufe von Rohstoffen sind eine recht gute Möglichkeit."

Die Netto-Leerverkaufsposition bei 18 in den USA gehandelten Rohstoffen stieg per 12. Januar auf 202.534 Terminkontrakte und Optionen, geht aus Zahlenhervor, die von der U.S. Commodity Futures Trading Commission drei Tage später veröffentlicht wurden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Datenreihe 2006 und ein deutlicher Anstieg verglichen mit den 164.203 Kontrakten eine Woche zuvor.

Der Bloomberg Rohstoffindex hat in der vergangenen Woche 4,2 Prozent nachgegeben und erreichte das niedrigste Niveau seit seiner Einführung 1991. Im vergangenen Jahr ist der Index das fünfte Jahr in Folge gesunken.

Preise müssen noch stärker sinken

Das Überangebot ist der wichtigste Faktor für die Baisse bei Rohstoffen, schrieben Goldman-Analysten um Jeffrey Currie in einer Studie am 15. Januar. Die Preise müssen wohl noch weiter fallen, um die für das Ende der Schwemme nötigen Produktionskürzungen herbeizuführen. Jedoch dürfte im späteren Jahresverlauf eine Erholung an den Märkten einsetzen, was die "Geburt einer neuen Hausse einleiten dürfte", sagten die Analysten.

(Bloomberg)