Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Doch obwohl die Notenbank ihre Geldflut erst im Dezember ausgeweitet hat, ist die Inflation weiterhin extrem niedrig. Im Januar lag die Rate bei 0,4 Prozent. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Gefahr für die Konjunktur: Verbraucher und Unternehmen könnten Investitionen aufschieben, weil sie weiter sinkende Preise erwarten.

Draghi hatte zuletzt Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik geweckt. Der EZB-Rat werde den Anti-Krisen-Kurs bei der nächsten Sitzung am 10. März überprüfen und gegebenenfalls anpassen, hatte Draghi vor drei Wochen betont: "Der EZB-Rat ist fähig, entschlossen und willens zu handeln."

Es sei eine Herausforderung, eine einheitliche Geldpolitik für 19 wirtschaftlich sehr unterschiedliche Staaten im Euroraum zu machen, räumte Draghi am Donnerstag ein. "Aber diese Herausforderungen können gemildert werden. Sie rechtfertigen nicht Untätigkeit."/ben/DP/jkr

(AWP)