AMSTERDAM/BRÜSSEL (awp international) - Mehrere europäische Fluggesellschaften wollen in einem neuen Verband gemeinsam ihre Interessen vertreten. Die Lufthansa -Gruppe, Air France-KLM , die International Airlines Group (unter anderem British Airways), Easyjet und Ryanair gründeten am Mittwoch in Amsterdam den Verband Airlines 4 Europe (A4E). Der Zusammenschluss soll sich gegenüber EU-Institutionen, internationalen Organisationen und nationalen Regierungen für die Belange der Airlines stark machen.

Der Verband begrüsste die neue Luftfahrtstrategie zur Stärkung der heimischen Fluggesellschaften, die die EU-Kommission im Dezember vorgestellt hatte. Allerdings müsse die Politik rasch handeln, um hohe Flughafengebühren zu drücken und die Steuerlast zu mindern. Nach einer von A4E vorgestellten Studie sind die Gebühren an 21 der grössten europäischen Flughäfen seit 2005 um 80 Prozent gestiegen. A4E will diese Themen am Donnerstag auch mit Politikern in Amsterdam diskutieren.

Der Flughafenverband ADV wies die Kritik prompt zurück und warf den Gesellschaften vor, sie wollten "auf Kosten der Flughäfen und der Steuerzahler (...) ihre Gewinne maximieren". "Schon heute können die Flughäfen aufgrund der Verhandlungsmacht der Airlines keine kostendeckenden Entgelte durchsetzen", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel einer Mitteilung zufolge.

Der neue Verband mit Sitz in Brüssel will in den kommenden Monaten weitere Mitglieder aufnehmen. Die Fluggesellschaften sind teils Mitglieder der Verbände AEA und ELFAA. In der AEA organisieren sich vor allem klassischen Fluggesellschaften, in der ELFAA sind in erster Linie Billigairlines vertreten. A4E soll beiden Lagern eine Vertretung bieten. Europäische Fluggesellschaften stehen durch internationale Konkurrenten etwa aus den Golfstaaten heftig unter Druck./gio/DP/she

(AWP)