Herisau (awp) - Die in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Huber+Suhner hat im Geschäftsjahr 2015 wie angekündigt ein Umsatzminus verzeichnet. Dieses wurde vom negativen Währungseinfluss noch verstärkt, aber auch ohne diesen wären die Verkäufe leicht rückläufig gewesen. Dies vor allem wegen der schwachen Entwicklung des Transportmarkts. Die Prognose für die operative Gewinnmarge im Gesamtjahr 2015 wurde bestätigt, für das laufende Geschäftsjahr sieht sich das Unternehmen gut positioniert.

Der Umsatz reduzierte sich um 6% auf 706 Mio CHF. Organisch, das heisst in Lokalwährung und ohne den Einfluss des Kupferpreises und mit neutralisiertem Portfolioeffekt, lag das Minus bei 2%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Auftragseingang fiel derweil um 9% auf 703 Mio zurück.

Damit wurden die Erwartungen der Analysten knapp erfüllt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 707,2 Mio und für den Auftragseingang bei 704 Mio.

EINIGERMASSEN ZUVERSICHTLICH FÜR 2016

Im vierten Quartal holte das Unternehmen einen Teil des nach neun Monaten ausgewiesenen Rückstands auf. Denn per Ende des dritten Quartals lag das organische und währungsbereinigte Minus beim Umsatz noch bei 5% und das für den Auftragseingang ausgewiesene bei 13%. Nach dem Frankenschock und dank zügig eingeleiteter Massnahmen habe sich die Geschäftssituation im Laufe des Jahres stabilisiert, heisst es dazu. Deshalb starte man aus einer "soliden Position" heraus ins Geschäftsjahr 2016.

Erst kurz vor Weihnachten hatte das Unternehmen die Aufhebung der verlängerten Arbeitszeit in der Schweiz per Ende Februar angekündigt. Die im Februar 2015 eingeführten Sofortmassnahmen hätten dem Unternehmen "massgeblich geholfen, die wirtschaftlichen Folgen der extremen Aufwertung des Schweizer Frankens zu mildern", hiess es damals zur Begründung.

Nach Zielmärkten betrachtet legte der Kommunikationsmarkt im vergangenen Jahr leicht zu, insbesondere dank einem deutlichen Umsatzwachstum in Indien und Südostasien. Zudem sei die im Oktober 2014 akquirierte Cube Optics sehr dynamisch gewachsen.

Unter den Erwartungen habe sich China entwickelt, was sich nicht nur auf den Kommunikations- sondern vor allem auch auf den Transportmarkt ausgewirkt habe. In Europa seien einerseits neue Bahnaufträge gewonnen worden, andererseits seien verschiedene Grossprojekte ausgelaufen. Insgesamt war das Geschäftsvolumen im Transportmarkt im Jahr 2015 leicht rückläufig, ebenso im Industriemarkt. Für letzteren wird dies mit den Währungseffekten, dem Solar-Basiseffekt sowie mit der schwachen Nachfrage in der Mess- und Prüftechnik begründet.

AKTIE LEGT ZU

Die bisherigen Angaben zur erwarteten EBIT-Marge im Gesamtjahr 2015 werden bestätigt. Diese soll demnach innerhalb einer Bandbreite von 6 bis 7,5% ausfallen.

An der Börse zeigten sich die Aktien in einem bewegten Gesamtmarkt stabil. Zeitweise betrug das Plus 3,4%, am Schluss lag der Kurs jedoch unverändert auf 43,50 CHF.

Dass sich der Auftragseingang im vierten Quartal positiv entwickelt habe, sei so erwartet worden, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Zudem zeige die Bestätigung des Margenziels für das vergangene Jahr die Stabilisierung des Geschäftsverlaufs. Die ZKB geht für Huber+Suhner dennoch von einem anspruchsvollen Geschäftsjahr 2016 aus.

Etwas positiver zeigt sich Baader Helvea: Der im vierten Quartal um 12% über dem Vorjahr ausgefallene Bestellungseingang dürfte für einen besseren Start ins Geschäftsjahr 2016 sorgen als 2015, sowohl was den Umsatz als auch die Margen betrifft, so die Einschätzung des Brokers. Und auch die Bank Vontobel ist der Ansicht, dass sich die Situation für das Unternehmen besser darstelle als noch nach neun Monaten.

Der definitive Jahresabschluss wird am 8. März 2016 veröffentlicht.

cf/cp

(AWP)