Thun (awp) - Der Solarzulieferer Meyer Burger bekommt die steigende Investitionslust im Sektor zu spüren. Der Umsatz und vor allem der Auftragseingang haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. Auch hat Meyer Burger im neuen Jahr bereits weitere Aufträge in Asien gewonnen. Die Anleger quittieren die positiven News mit einem kräftigen Kursplus an der Börse.

Am Donnerstag hat Meyer Burger erste Finanzkennzahlen zum Geschäftsjahr 2015 vorgelegt: So nahm der Auftragseingang um 28,5% auf 418,9 Mio CHF zu, und der Auftragsbestand lag Ende Jahr bei 257,5 Mio, was einem Plus von 35,5% entspricht. Der starke Aufwärtstrend im Auftragseingang widerspiegle die grössere Investitionsbereitschaft der Kunden sowie den steigenden Technologiebedarf, die Solarzell-Produktionslinien mit neuen Technologien zu verbessern, heisst es.

VERZÖGERUNGEN IM UMSATZ

Der Umsatz stieg 2015 auf 323,6 von 315,8 Mio CHF im Jahr davor, wie Meyer Burger aufgrund ungeprüfter Zahlen weiter bekanntgab. Bereits im November hatte das Unternehmen angekündigt, dass sich einzelne grössere Projekte verzögerten. Die entsprechenden Umsätze und Gewinnbeiträge aus den verzögerten Auftragsabnahmen würden 2016 fällig, hiess es. Im November hatte das Unternehmen für den Umsatz ein Zielband von 290 bis 340 Mio genannt.

Im weiteren teilte Meyer Burger am Donnerstag mit, das Unternehmen habe zwei wichtige Verträge mit einem führenden asiatischen Hersteller von Solarwafern und einem Solarzellenhersteller aus demselben Raum abgeschlossen. Die Aufträge mit diesen bestehenden Kunden haben einen Umfang von gut 22 Mio CHF. Weitere Informationen über den Jahresabschluss und den Geschäftsbericht veröffentlicht die Firma am 22. März.

AKTIE LEGT ZU

An der Börse sind die Aktien von Meyer Burger stark in den Handel gestartet. Bis um 09.40 Uhr klettern sie um 5,2% auf 5,82 CHF in die Höhe, während der Gesamtmarkt (SPI) um 0,46% nachgibt.

Sowohl im Auftragseingang, der leicht über den Erwartungen liege, als auch im Auftragsbestand zeigten sich starke Erholungstendenzen, schreibt die ZKB in einem ersten Kommentar. Der Anstieg sei allerdings auf einer tiefen Vorjahresbasis erreicht worden. Demgegenüber habe der Umsatz die Erwartungen nicht erfüllt, was allerdings mit der Verzögerung von Abnahmen ausgelieferter Maschinen im Zusammenhang stehe. Insgesamt liege er innerhalb des im November nach unten korrigierten Zielbandes.

Nebst den Angaben zum Auftragseingang seien auch die neu kommunizierten Neuaufträge erfreulich, so ZKB-Analyst Richard Frei weiter. Trotzdem bewege sich Meyer Burger in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Die ZKB belässt denn auch das Rating auf "Marktgewichten". Auch bei der Bank Vontobel wird das verbesserte Auftrags-Momentum begrüsst. Trotz des tiefen Ölpreise steige die Nachfrage im Solarmarkt, so Analyst Michael Foeth. Er sieht Meyer Burger gut positioniert und empfiehlt die Aktie weiterhin zum "Kauf".

mk/rw

(AWP)