Der SMI stieg um 1,4 Prozent auf 8332 Punkte und machte damit einen Teil der im neuen Jahr verzeichneten Kursverluste wieder wett. Seit Anfang 2016 hat der Leitindex gut fünf Prozent eingebüsst und damit den schlechtesten Auftakt seit Jahren hingelegt.

Nach den kräftigen Verlusten der vergangenen Tage sei der Markt mehr als reif für eine Erholung gewesen, sagten Händler. Wie lang diese andauere, sei aber ungewiss. "Grundsätzlich ändert sich nicht viel an der trüben Stimmung der Anleger", sagte ein Händler. Die Märkte dürften weiterhin sehr volatil bleiben. "Für Käufe längerfristig orientierter Marktteilnehmer ist die Zeit wohl noch nicht gekommen", sagte ein anderer Börsianer. Die Problemherde - das schwächere Wachstum Chinas und die fallenden Rohstoff- und Ölpreise - blieben bestehen.

An der Wall Street, wo die Aktien am Montag mit einem leichten Plus geschlossen hatten, setzte sich der Anstieg fort. Auch an den Börsen in China waren die Kurse nach den jüngsten Rückgängen leicht gestiegen.

Das wegen Sonderfaktoren deutlich negative Ergebnis von Alcoa löste bei den Aktien des Aluminiumkonzerns starke Verkäufe aus - beeinflusste aber die Industriewerte in Europa nicht. Alcoa wies wegen Kosten im Zusammenhang mit der Schließung von Schmelzanlagen im vierten Quartal einen Verlust von 500 Millionen Dollar aus.. Das Unternehmen läutet in den USA traditionell die Bilanzsaison ein. Wegen der breit gestreuten Kundschaft gilt Alcoa als Gradmesser für die Entwicklung in der Industrie.

Sika mit Kurssprung

Ein besser als erwartetes Jahresergebnis von Sika liess die Aktien der Bauchemie-Firma um mehr als vier Prozent steigen. Sika habe die Markterwartungen übertroffen, sagten Analysten. Der Konzern steigerte den Umsatz um währungsbereinigt 6,2 Prozent auf 5,49 Milliarden Franken und hob aufgrund der guten Geschäftslage die mittelfristigen Ziele an. Sika lehnt die geplante Übernahme durch Saint-Gobain weiterhin ab .

Die Aktien von Geberit wurden am Tag vor der Veröffentlichung der Umsatzzahlen um 3,5 Prozent höher gehandelt. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Umsatzanstieg um 23,8 Prozent. KeplerCheuvreux stufte die Titel auf "Buy" von "Hold" hoch. Die Analysten des Brokers rechnen damit, dass die Sanitärtechnik-Firma das operative Margenziel anheben wird.

Auch SGS profitierten von einer Kaufempfehlung. Credit Suisse hob diese auf "Outperform" von "Neutral" an. Der Markt unterschätze das Potential für eine Margenverbesserung bei der Prüffirma, schrieben die Analysten. Der Kurs zog um drei Prozent an.

Hauptsächlich geschuldet war der SMI-Anstieg den Index-Schwergewichten Nestle, Novartis und Roche. Die Aktien stiegen um 2,2 und 1,5 Prozent. Der Roche-Genussschein legte 1,2 Prozent zu.

Nach anfänglicher Schwäche drehten auch die Aktien der beiden Grossbanken in die Gewinnzone. UBS gewannen 0,2 Prozent und Credit Suisse rückten um 0,7 Prozent vor. Die Versicherungswerte legten knapp ein Prozent zu. Zurich schwangen mit plus 1,8 Prozent nach oben aus.

Die Titel zyklischer Firmen tendierten ebenfalls höher. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB stiegen um 1,6 Prozent und die des Zementriesen LafargeHolcim rückten 0,1 Prozent vor. Die zuletzt arg gebeutelten Luxusgüterwerte Richemont und Swatch gewannen 0,9 und 1,7 Prozent. Im breiten Markt stiegen die Anteile der Anlagenbauer Oerlikon um 4,4 Prozent, Sulzer und Rieter gewannen 0,4 und 0,9 Prozent.

Bei Myriad griffen die Anleger nach einem starken Nutzeranstieg beim Kurznachrichtendienst Versy zu. Die Aktien der Mobiltelefon-Softwarefirma schnellten 3,2 Prozent hoch. Myriad zufolge erhöhte sich die Zahl der Versy-Nutzer im Schlussquartal 2015 gegenüber dem Vorquartal um ein Drittel auf 13,9 Millionen. Unter Abgaben litten dagegen Biotechnologiewerte wie Basilea, Santhera und Cytos.

(Reuters)