"Es konnte sich kein klarer Trend herausbilden", sagte ein Börsianer. Viele Marktteilnehmer trauten den Aktien nach der mehrjährigen Hausse nicht mehr viel Kurspotential zu und verhielten sich vorsichtig.

Der SMI bewegte sich in einer Spanne von rund 100 Punkten auf und ab und notierte um 0,5 Prozent tiefer mit 8214 Punkten. "Bei 8200 sind die Tiefstkurse, die wir im August und September erreicht und von wo wir uns jeweils rasch wieder gegen 9000 Punkte erholt haben", sagte ein Händler. In der ersten Woche 2015 hat der Leitindex 6,4 Prozent eingebüsst.

Die Korrektur an den chinesischen Märkten verunsichere die Anleger. Dass die chinesische Notenbank den Yuan am Montag aufgewertet und damit Spekulationen um einen Abwertungswettlauf gedämpft habe, zeige, wie gross die Konjunkturrisiken Chinas eingeschätzt würden.

Schlechte Stimmung

Die Stimmung sei derzeit schlechter als die Lage, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Hausse der Aktien sei in die Jahre gekommen, aber sie sei noch nicht tot. Die Geldpolitik bleibe locker und die Firmenergebnisse sollten moderat wachsen. Eine Baisse sei daher nicht zu erwarten.

Mit Spannung warteten die Marktteilnehmer auf die Firmenabschlüsse. Die Berichtsaison in den USA beginnt am Montagabend nach Börsenschluss mit Alcoa. Der Aluminiumkonzern eröffnet traditionellerweise die Bilanzsaison.

In der Schweiz machen in den nächsten Tagen Sika, Geberit und Richemont erste Angaben zum Geschäftsverlauf.

Zurich gefragt

An der Spitze der meist nachgebenden Standardwerte standen die Aktien von Zurich, die um 2,9 Prozent anzogen. Händler sagten, der Markt würde begrüssen, wenn Generali-Chef Mario Greco bei der Zurich das Ruder übernehmen würde. Generali aber will nach Angaben eines Insiders Greco behalten. Die "SonntagsZeitung" hatte unter Berufung auf Recherchen geschrieben, Greco werde bei Zurich Konzernchef. Generali und Zurich lehnten Stellungnahmen dazu ab. Auch die meisten anderen Versicherer verbuchten Kursgewinne.

Uneinheitlich waren die Bankaktien. UBS stiegen um 0,4 Prozent und Credit Suisse schlossen 0,3 Prozent im Minus.

Kursgewinne von 1,5 Prozent verbuchten die Anteile des Aromenherstellers Givaudan. Praktisch unverändert waren die schwergewichtigen Aktien des Lebensmittelriesen Nestle. Die anderen Schwergewichte Roche und Novartis schlossen 0,8 und 1,7 Prozent tiefer.

Die Anteile von Actelion verloren trotz guter Nachrichten 1,3 Prozent. Dank guter Umsätze mit den Lungenmedikamenten Macitentan und Selexipag steigerte der Biotechkonzern den Gewinn wie im Oktober in Aussicht gestellt um über 20 Prozent. Das Unternehmen habe gute Voraussetzungen, um in andere Therapiegebiete vorzustossen. Novartis mussten 1,7 Prozent Abschlag hinnehmen.

Die Anteile von Adecco bröckelten um 0,9 Prozent ab. Die positiven Aussagen zum Geschäftsgang von Konzernchef Alain Dehaze in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" verpufften nach kurzer Zeit. Der Personalvermittler erwarte für 2015 ein gutes Jahresergebnis und rechne für 2016 mit einem ähnlichen organischen Wachstumstempo wie 2015.

Die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim verloren 2,5 Prozent. Richemont sanken 1,7 Prozent. Der Hersteller von Luxusgütern veröffentlicht am Donnerstag den Umsatz für das Weihnachtsquartal. Die Anteile von Rivale Swatch ermässigten sich um 0,3 Prozent.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Addex 0,6 Prozent. Die Biotechfirma hat für das potentielle Parkinson-Medikament Dipraglurant positive Studiendaten vorgelegt.

Spekulative Käufe hoben die Aktien von Kuoni um 1,9 Prozent. Der Reisekonzern hatte jüngst bestätigt, dass Kaufinteressenten an ihn herangetreten seien. Kuoni habe Gespräche mit den Interessenten aufgenommen.

(Reuters)