Nach dem Kurssprung am Vortag hat die Schweizer Börse am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Gute US-Konjunkturdaten sorgten für Kursgewinne bei zyklischen Titeln. Auf den Verkaufszetteln standen dagegen die Titel der Pharmabranche.

Der Standardwerte-Index SMI legte 0,02 Prozent auf 6334 Punkte zu. Aus charttechnischer Sicht stösst der SMI bei 6'350 Punkten auf eine Widerstandslinie. Sollte diese überwunden werden, sieht die PHZ Bank aber ein Aufwärtspotenzial bis 6400/6480 Punkte. Der breite SPI lag 0,05 Prozent im Plus bei 5'592 Zählern.

Furcht vor Rezession gedämpft

Händler erklärten, die neuesten US-Konjunkturdaten hätten die Furcht vor einem Abgleiten in eine Rezession gedämpft. Die US-Industrie verspürt nach zwei schwachen Monaten wieder anziehende Aufträge. Zudem sank die Zahl der US-Bürger, die einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe stellten, in der Woche zum 28. August leicht auf 472.000. Entscheidend sei nun der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht wird.

Gesucht waren konjunktursensitive Titel. Dazu gehörten die Aktien der Infrastruktur-Unternehmen ABB und Holcim, die jeweils knapp ein Prozent zulegten. Bei den Luxusgüterwerten kletterten Richemont 1,1 Prozent, Swatch gar 1,5 Prozent. Die grössten Gewinner unter den Standardwerten waren Transocean. Die Titel des Bohrplattform-Betreibers profitierten Marktteilnehmern zufolge von Übernahme-Spekulationen.

Finanz-Aktien uneinheitlich

Die Finanzwerte notierten uneinheitlich. Kursgewinnen von 0,4 Prozent bei UBS standen Verluste von 0,5 Prozent bei Credit Suisse gegenüber. Die Aktien des Asset Managers GAM legten nach Broker-Hochstufungen 4,5 Prozent zu.

Bei den Versicherungen legten Swiss Re marginal zu, während Zurich etwas schwächer aus dem Handel gingen. Die Helvetia-Aktien büssten 1,8 Prozent ein. Der Versicherer verdiente im ersten Halbjahr entgegen der Markt-Erwartungen weniger. Der geringere Kapitalertrag und die weniger rentable Sachversicherung lasteten auf dem Ertrag.

Auch bei den defensiven Schwergewichten kam es zu Verlusten. Novartis fielen um 0,7 Prozent und Roche sanken um 0,3 Prozent. Actelion verloren 0,6 Prozent. Lonza fielen dagegen mit einen Anstieg von 1,1 Prozent auf. Händler machten verstärktes Interesse institutioneller Anleger aus. Nestle notierten zum Schluss stabil.

Valora und Kuoni steigen nach Übernahmen

Bei den Nebenwerten sorgten Zwischenberichte und Übernahmen für Bewegung. Die Aktien des Stahlproduzenten Schmolz+Bickenbach büssten trotz Rückkehr in die Gewinnzone im ersten Halbjahr 1,8 Prozent ein.

Die Valora-Aktien kletterten drei Prozent. Der Kiosk-Betreiber kauft die norwegische Kosmetik-Kette Engelschion Marwell Hauge AS (EMH) für einen ungenannten Preis. Valoras Umsatz erhöht sich dadurch um rund 70 Millionen Franken.

Der Reisekonzern Kuoni übernimmt das kleine dänische Reisebüro Krone Golf Tours ApS mit rund vier Millionen Franken Jahresumsatz. Die Aktien stiegen um 2,5 Prozent.

(Reuters)