Heerbrugg (awp) - Beim Metallverarbeiter SFS hat die Frankenstärke im vergangenen Geschäftsjahr auf die Umsatzentwicklung gedrückt. Im zweiten Halbjahr entspannte sich die Lage aber zusehends und zu konstanten Wechselkursen stiegen die Erträge über alle Divisionen hinweg an. Die Gewinnziele für 2015 bestätigt SFS und zeigt sich auch mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr optimistisch.

Für das Jahr 2015 weist SFS gemäss provisorischen Zahlen einen um 0,5% tieferen Umsatz von 1'376 Mio CHF aus. Unter Ausklammerung der Wechselkurseinflüsse resultierte allerdings ein Wachstum von 4,6%, teilt SFS am Dienstag mit. Davon entfallen 2,1% auf Übernahmen und 2,5% auf organisches Wachstum.

Die gegen die Aufwertung des Schweizer Frankens eingeleiteten Massnahmen haben im Jahresverlauf eine verstärkte Wirkung erzielt. Im Vergleich zum ersten Semester legte der Umsatz denn im zweiten Halbjahr auch um 5,3% zu. Die Massnahmen hätten dazu beigetragen, den währungsbedingten Ergebnisrückgang in Grenzen zu halten, sagte der seit Anfang Jahr amtierende CEO Jens Breu zu AWP. Die negativen Auswirkungen seien aber noch nicht vollumfänglich wettgemacht.

WACHSTUM DER SEGMENTE IN LW - AMERIKA UND ASIEN LEGEN ZU

In Lokalwährungen verzeichneten sämtliche Sparten einen Umsatzzuwachs. Mit einem Plus von 6,1% wuchs die grösste Sparte Engineered Components am stärksten. Die Sparte "Fastening Systems" legte um 4,9% zu und die Sparte Distribution&Logistics (SFS unimarket) um 1,0%. Auf rapportierter Basis resultierte für die beiden kleineren Sparten aber ein Rückgang von 2,9% respektive 3,1%.

Mit Blick auf die regionale Aufteilung nahmen die Umsätze in Amerika (+12,3%) und Asien (+4,9%) zu, während sie in der Schweiz um 2,4% und in Europa gar um 5,9% zurückgingen. Mit einem Anteil von gut 39% am Umsatz ist Europa aber nach wie vor die wichtigste Region, gefolgt von Asien mit knapp 26% und der Schweiz mit 23%. Der Umsatzanteil von Amerika erhöhte sich auf 12%.

SONDERGEWINN VON 15 MIO CHF - ZUVERSICHT FÜR 2016

Mit den Umsatzzahlen gab SFS auch eine Prognose für die Gewinnentwicklung im Gesamtjahr ab. Auf normalisierter Basis wird demnach weiterhin eine EBITA-Marge im Zielbereich von 12,1% bis 13,1% erwartet. Zum Halbjahr lag diese noch bei 10,6% und im Gesamtjahr 2014 bei 14,1%. Dank einem Sondergewinn von 15 Mio CHF im Zusammenhang mit Pensionsleistungen an Arbeitnehmer werde die rapportierte EBITA-Marge 2015 aber oberhalb des Zielbandes zu liegen kommen.

Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich SFS zuversichtlich. "Wir sind für 2016 grundsätzlich optimistisch und erwarten ein Umsatzwachstum sowie eine weitere Verbesserung der Profitabilität", so der CEO. Eine quantitative Guidance werde aber erst im Rahmen der Jahresberichtserstattung am 4.März kommuniziert.

AKTIE ETWAS TIEFER

Analysten sprechen in ersten Kommentaren von einem wenig überraschenden Zahlenausweis von SFS. Die bestätigten Prognosen für die Gewinnentwicklung seien aber positiv zu werten, so die Bank Vontobel. Zudem hätten sich verschiedentlich geäusserte Befürchtungen über einen Einbruch der Smartphone-Industrie als überzogen erwiesen.

An der Börse belasteten die Neuigkeiten den Aktienkurs etwas. Die SFS-Aktien schlossen am Dienstag 0,8% tiefer auf 63 CHF. Der Gesamtmarkt SPI gewann derweil nach anfänglichen Verlusten fast ebenso stark hinzu.

an/cf

(AWP)