Die geldpolitischen Anreize der Zentralbanken treiben Investoren von John Paulson bis George Soros dazu an, den größten Goldschatz aller Zeiten anzuhäufen.

Laut der Median-Prognose von 16 Analysten bei Bloomberg wird der Goldpreis 2013 in jedem Quartal zulegen und in den letzten drei Monaten im Durchschnitt bei 1925 Dollar je Unze liegen - elf Prozent höher als aktuell.

Der Hedgefonds Paulson & Co. hat über den SPDR Gold Trust, den größten goldbasierten börsengehandelten Fonds, 3,67 Milliarden Dollar auf Gold gewettet. Soros Fund Management hat seine Position im dritten Quartal um 49 Prozent erhöht, wie aus Pflichtmeldungen an die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission hervorgeht.

Paulson: Mehr Gold als Brasilien

Paulson, der 2007 mit Wetten gegen die Subprime-Hypotheken in den USA zum Milliardär wurde, besitzt 21,8 Millionen Aktien des SPDR Gold Trust und ist damit dessen größter Aktionär. Mit 66 Tonnen übersteigt sein Investment die Goldreserven von Brasilien.

Soros erhöhte sein Investment im SPDR Gold Trust auf 1,32 Millionen Aktien - so hoch war das Engagement zuletzt 2010. Jede Aktie repräsentiert rund eine Zehntel Unze Gold, damit ist das Investment 221,7 Millionen Dollar wert. Der Goldpreis ist um 60 Prozent geklettert, seit Soros im Januar 2010 Gold als die “ultimative Blase” bezeichnet hatte.

Die Zentralbanken von den USA über Europa bis nach China ergreifen Maßnahmen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Das schürt Besorgnis über eine steigende Inflation und Wertverluste von Währungen. Als die US-Notenbank Federal Reserve von Dezember 2008 bis Juni 2011 in zwei Runden der geldpolitischen Lockerung US-Anleihen im Volumen von insgesamt 2,3 Billionen Dollar ankaufte, stieg der Goldpreis in dem Zeitraum um 70 Prozent.

Gold als Schutz vor Torheiten der Politiker

In diesem Jahr haben Investoren über börsengehandelte Produkte (ETP) bislang 247,5 Tonnen Gold gekauft. Das ist mehr als die gesamte Goldförderung der USA in einem Jahr ausmacht.

“Wir betrachten Gold als Schutz vor den Torheiten der Politiker”, sagt Michael Mullaney, als Chief Investment Officer für die Kapitalanlagen bei Fiduciary Trust in Boston verantwortlich. Es sei eine gute Zeit, auch reale Vermögenswerte zu besitzen, um etwas Schutz in die Portfolios einzubauen, fügt er an.

Der Goldbestand der ETP erreichte am 19. November das Rekordvolumen von 2604,2 Tonnen, was einem Wert von 145,1 Mrd. Dollar entsprach. Das übersteigt die offiziellen Goldreserven aller Länder mit Ausnahme der USA und Deutschlands, wie Zahlen des World Gold Council zeigen. Allein der SPDR Gold Trust hält 1342,2 Tonnen des Edelmetalls.

In diesem Jahr hat sich die Unze Gold um elf Prozent verteuert auf 1733,15 Dollar. Mit 1921,15 Dollar hatte der Goldpreis im September 2011 einen Rekordwert erreicht. Inflationsbereinigt müsste der Goldpreis jedoch auf 2398 Dollar steigen, um seinen bisherigen Rekord aus dem Jahr 1980 mit 850 Dollar je Unze zu brechen. Das zeigen Daten der Federal Reserve Bank von Minneapolis.

(Bloomberg)