EINIGUNG IM STEUERSTREIT: Die Bank Julius Bär steht im US-Steuerstreit kurz vor einer abschliessenden Einigung. Allerdings wird die Privatbank dafür tiefer in die Tasche greifen müssen, als sie bisher erwartet hat. Die Busse zur Beilegung des Steuerstreits dürfte sich auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar belaufen. Auf Basis einer Vereinbarung mit den US-Behörden hat das Geldhaus seine bereits im Juni getätigten Rückstellungen um knapp 200 Millionen auf rund 550 Millionen Dollar aufgestockt. Julius Bär einigte sich mit der US-Staatsanwaltschaft des Southern District of New York kurz vor Jahresende in einer Grundsatzvereinbarung. Die Vereinbarung muss aber noch vom US-Justizministerium abgesegnet werden, wie die Vermögensverwalterin mitteilte. Dies wird der Bank zufolge im ersten Quartal des neuen Jahres geschehen.

KONSUMLAUNE GESTIEGEN: Die Konsumlaune der Schweizerinnen und Schweizer ist im November erneut leicht gestiegen. Der UBS-Konsumindikator, der sich aus sechs Indizes zusammensetzt, legte von 1,63 auf 1,66 Punkte zu. Damit setzt sich der positive Trend der letzten Monate fort. Dies deutet auf ein weiteres Wachstum des Privatkonsums in den kommenden Monaten hin. Die Grundlage dafür sind die weniger pessimistischen Erwartungen des Detailhandels sowie die gestiegenen Neuwagenverkäufe. Im Detailhandel ist die Tendenz erfreulich: Der im November von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) erhobene Indexwert für den Geschäftsgang nähert sich langsam den Werten vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Fr. durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar an. Positiv auf das Konsumklima wirkte sich aus, dass im November sich erneut mehr Schweizer ein neues Auto anschafften.

ABSPALTUNG : Logitech macht mit seinem Konzernumbau vorwärts. Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehörhersteller trennt sich von seiner Videokonferenzsparte Lifesize. Logitech hat die Mehrheit daran an drei Risikokapitalfirmen verkauft. Lifesize wird zu einem eigenständigen Unternehmen. Daran halten die drei Risikokapitalfirmen Redpoint Ventures, Sutter Hill Ventures und Meritech Capital Partners die Mehrheit, die 17,5 Mio. Dollar in Lifesize investiert haben. Logitech bleibt mit einem Anteil von 37,5 Prozent Lifesize-Aktionärin. Lifesize soll im neuen Gewand das gesamte Potenzial als Anbieter von Videokonferenzsoftware besser ausschöpfen. Logitech selber wird zu einem einfacheren Unternehmen, das sich auf das Konsumentengeschäft konzentrieren kann. Logitech erwartet aus der Trennung einen Gewinn von rund 15 bis 20 Mio. Dollar.

TWITTER GEGEN GEWALT: Der Kurznachrichtendienst Twitter hat seine Bestimmungen gegen Hetze und andere Formen missbräuchlicher Nutzung verschärft. In einem Blogeintrag teilte das Unternehmen mit, man stehe weiter für die Verbreitung unterschiedlichster Meinungen ein. Man werde jedoch auch weiter gegen Konten vorgehen, von denen aus die Grenzen zu hasserfülltem Verhalten überschritten würden. Twitter-Benutzer dürften über den Dienst nicht zu Gewalt aufrufen oder direkte Drohungen aussprechen, schrieb das Unternehmen in einem Blog-Eintrag. Dies gelte für hasserfüllte Inhalte auf der Basis von Religion, Nationalität und Ethnie, sexueller Orientierung, Geschlecht und Geschlechtsidentität, Alter, Behinderung oder Krankheit. Bislang hatte Twitter eine allgemeiner gehaltene Formulierung verwendet, die Nutzern untersagte, "Gewalt gegen andere" zu verbreiten.

SCHWACHE WELTWIRTSCHAFT: IWF-Chefin Christine Lagarde rechnet mit einem enttäuschenden Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr. Hintergrund seien politische Unsicherheit und eine stärkere wirtschaftliche Schwankungsanfälligkeit rund um den Globus. Dies stellte die Französin in einem Gastbeitrag im deutschen "Handelsblatt" fest. Ursache dafür seien unter anderem der Konjunkturabschwung in China und die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA. Die US-Zinswende könne insbesondere Schwellen- und Entwicklungsländer vor Probleme stellen, die Konjunkturprogramme im Kampf gegen die Finanzkrise in einem erheblichen Anteil mit Dollar-Krediten finanziert hätten, erklärte die Chefin des Internationalen Währungsfonds.

STRAFZAHLUNG FÜR APPLE: Der US-Technologiekonzern Apple zahlt nach Ermittlungen wegen Steuerbetrugs in Italien einen Millionenbetrag. Die Apple-Niederlassung Italien werde 318 Millionen Euro überweisen, teilte die italienische Steuerbehörde mit. Ein Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur AFP damit einen entsprechenden Bericht der Zeitung "La Repubblica", wollte sich aber nicht zu weiteren Einzelheiten äussern. Die italienischen Steuerbehörden hatten Apple beschuldigt, Einnahmen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro verschwiegen zu haben.

KREDITVERGABE ZIEHT AN: Die Kreditvergabe an Firmen in der Euro-Zone nimmt dank der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter zu. Banken reichten im November 0,9 Prozent mehr Kredite an nicht zum Finanzsektor zählende Unternehmen aus als ein Jahr zuvor, wie die EZB mitteilte. Im Oktober hatten sie 0,6 Prozent mehr Darlehen an Firmen weitergereicht. An Privathaushalte im Währungsraum vergaben die Institute 1,4 Prozent mehr Kredite als vor Jahresfrist. Seit März pumpen die Euro-Wächter über den Kauf von Staatsanleihen Monat für Monat Milliarden in das Finanzsystem, um damit die niedrige Inflation anzuheizen und als Hilfe für die Konjunktur auch die Kreditvergabe anzuschieben. Die für den Währungsraum wichtige Geldmenge M3 nahm im November um 5,1 Prozent zu.

BRIDGESTONE GIBT AUF: Der japanische Reifenhersteller Bridgestone gibt sich im Bieterwettbewerb um die US-Werkstatt- und Fachmarktkette Pep Boys-Manny geschlagen. Man werde kein Gegengebot zur Offerte des US-Investors Carl Icahn abgeben, kündigte Bridgestone in Tokio an. Der japanische Konzern war sich mit dem US-Unternehmen bereits fast handelseinig gewesen, als Icahn ein gegenüber dem Bridgestone-Gebot um 1,50 Dollar verbessertes Angebot pro Aktie unterbreitete. Pep Boys-Manny kündigte daraufhin an, die Vereinbarung mit Bridgestone rückgängig machen zu wollen. Pep Boys-Manny wird nach dem Icahn-Gebot mit einer Milliarde Dollar bewertet. Der Milliardär Icahn hatte vor kurzem bereits 6,55 Millionen Aktien - entsprechend gut 12 Prozent - von Pep Boys-Manny gekauft.

RUBEL UNTER DRUCK: Für die russische Bevölkerung geht das wirtschaftlich schwierige Jahr 2015 mit einem weiteren Kursverfall des Rubels zu Ende. Zum US-Dollar wurde mit 72,51 Rubel der schwächste Zentralbank-Kurs des Jahres notiert. Als Gründe nannten Experten in Moskau den niedrigen Ölpreis und die andauernde Wirtschaftskrise. Zudem tauschen viele Russen ihr Weihnachtsgeld traditionell in Hartwährung um - in Erwartung noch schlechterer Zeiten. Auch im Verhältnis zum Euro gab der Rubel nach, der Kurs lag aber mit 79,55 Rubel unter dem schlechtesten diesjährigen Stand von 81,15 Rubel Ende August. Zum Dollar hat die russische Währung im Laufe des Jahres etwa 30 Prozent an Wert verloren, auch wenn dieser zwischenzeitlich kräftiger dastand. Die Realeinkommen der Russen sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums für Januar bis zum November um 3,5 Prozent gesunken.

UBER-RIVALE GIBT AUF: Der kleinere Uber-Rivale Sidecar hat sein Geschäft aufgegeben. Dagegen lockt der Fahrdienst-Vermittler Uber trotz heftiger Auseinandersetzungen mit Taxibranche und Behörden eine Milliarde an Investorengeldern nach der anderen an. Der Sidecar-Betrieb als Fahrdienst und Lieferservice werde am 31. Dezember eingestellt, teilten die Gründer Sunil Paul und Jahan Khanna in einem Blogeintrag in San Francisco mit. Sidecar war vor vier Jahren gestartet und gehört damit zu den Pionieren des Geschäftsmodells, bei dem Fahrer über eine App an Fahrgäste vermittelt werden. Die Firma fiel in den USA jedoch schnell weit hinter die grösseren Rivalen Uber und Lyft zurück.

CHINA-TELECOM-CHEF GEHT: Angesichts von Ermittlungen wegen "schwerer Disziplinarvergehen" ist der Chef des chinesischen Telekommunikationsriesen China Telecom, Chang Xiaobing, zurückgetreten. Chang gebe alle seine Posten in dem Konzern ab, teilte China Telecom mit. Die Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei hatte am Sonntag mitgeteilt, dass Chang unter Korruptionsverdacht stehe. Das Wirtschaftsmagazin "Caixin" berichtete, er sei bereits inhaftiert. Chang war bis zum Sommer Chef der zweitgrössten Telekommunikationsfirma China Unicom und rückte im September an die Spitze von China Telecom.

ZU STARKE KRONE: Schwedens Notenbank ist im Kampf gegen die unerwünscht niedrige Inflation zu Interventionen am Devisenmarkt bereit. Die Stärke der Krone verhindere, dass die Preise wieder anzögen, erklärte die Zentralbank. Die Bereitschaft der Währungshüter, dagegen vorzugehen und am Devisenmarkt einzugreifen, sei daher sehr hoch. Die Krone verlor nach den Aussagen etwas an Wert. Zuvor hatte die schwedische Währung den höchsten Stand seit neun Monaten erklommen. Die Währungshüter haben mehrfach angekündigt, die Geldpolitik stärker zu lockern, sollte die Inflation nicht wie erwünscht anziehen. Zuletzt signalisierte die Reichsbank Mitte Dezember, dass sie zu einer weiteren Senkung des bereits negativen Leitzinses bereit ist. Der Zins liegt bei minus 0,35 Prozent.

(AWP)